rehna : Plakatkampagne gegen Flüchtlinge

Mit Sprühkleber wurden die Plakate in Rehna angebracht. Allein beim Amt beläuft sich nun der Schaden auf 1500 Euro, da sich der Kleber von der Scheibe nicht entfernen lässt.
Mit Sprühkleber wurden die Plakate in Rehna angebracht. Allein beim Amt beläuft sich nun der Schaden auf 1500 Euro, da sich der Kleber von der Scheibe nicht entfernen lässt.

Weitere Schreiben nun im Stadtgebiet von Rehna entdeckt. Hans Werner Gaul spricht vom traurigen Tag

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18. Januar 2016, 21:00 Uhr

Nach dem Angriff auf ein Wohnhaus mit Asylbewerbern und Einheimischen in Kirch Grambow (wir berichteten) laufen die Ermittlungen der Polizei weiter. Nach wie vor sucht die Polizei nach dem schwarzen Toyota Kombi und einem tatverdächtigen Mann, etwa 1,80 Meter groß und korpulent. Er soll eine Jeans und eine helle Jacke getragen haben. „Neue Hinweise liegen bislang nicht vor“, sagt Polizeisprecherin Isabel Wenzel gegenüber der SVZ. Auch seien ähnlich gelagerte Fälle im Nordwesten so nicht bekannt.

Bekannt wurde unterdessen, dass die Täter weitere Plakate mit fremdenfeindlichem Inhalt im Stadtgebiet von Rehna verteilt haben. Rehnas Amtsleiter Hans Martin Buschhart: „Am Infokasten des Amtes, als auch an der Schule wurden Plakate mit Kleber befestigt.“ Mitarbeiter des Amtes hätten die Schriftstücke entfernt.

Ereignet hat sich der Vorfall am Sonntag: Gegen 5 Uhr wurden von bislang unbekannten Tätern zwei Wohnungen im Erdgeschoss eines Wohnhauses in Kirch Grambow angegriffen. Sie warfen mit bis zu 15 Zentimetern großen Straßensteinen die Fensterscheiben ein. In einem Fall wurde die Wohnung einer 90-Jährigen deutschen Frau beschädigt. Plakate mit Inhalten gegen die Kriegsflüchtlinge wurden angebracht.

In dem kleinen Ort Kirch Grambow haben unterdessen Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma die Arbeit aufgenommen. Sie sichern das Wohnhaus mit den dort friedlich lebenden 40 Asylbewerbern sowie ihrer deutschen Nachbarn. Die Bewohner begrüßten den Schutz den Wohnhauses.

Wedendorfersees Bürgermeister Hans-Werner Gaul spricht von einem traurigen Tag für die Gemeinde. In einer öffentlichen Mitteilung macht er deutlich: „Es ist eine Schande, dass es Menschen in unserer Gesellschaft gibt, die solche Taten begehen. Aber diese Menschen sollen wissen, dass Gewalt, Hass und Fremdenfeindlichkeit in unserer Gemeinde Wedendorfersee keinen Platz haben.“ Die ausländischen Mitbewohner seien nach wie vor uneingeschränkt willkommen. Er sei sich sicher, dass dies die Mehrheit der Bürger unterstützt.

Gaul bedankt sich bei den Bürgern und Helfern für die bislang geleistete Arbeit. So bemühen sich die Menschen um eine wirkliche Integration und um ein gemeinsames Leben im Ort. Dazu gehören Deutschkurse, Mitfahrgelegenheiten und gemeinsame Treffen.

Hans-Werner Gaul: „Bitte lassen wir uns von diesen primitiven Taten und Tätern nicht einschüchtern. Lassen Sie uns zusammenstehen und die Willkommenskultur in unserer Gemeinde auch weiterhin so aktiv leben.“

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