Action Open Air Theater Grevesmühlen : Piraten werden zu Diplomaten

Im Kampf gegen die Spanier geht’s wieder zur Sache. Regisseur und Hauptdarsteller Benjamin Kernen mittendrin. Fotos: Peter Täufel
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Im Kampf gegen die Spanier geht’s wieder zur Sache. Regisseur und Hauptdarsteller Benjamin Kernen mittendrin. Fotos: Peter Täufel

Karibikstaaten stehen Schlange als Partner der nächsten Episode beim Piraten Open Air in Grevesmühlen. Saisonstart am Freitag

svz.de von
21. Juni 2016, 21:00 Uhr

Am Freitag geht es wieder los. Dann haben die Piraten um Capt’n Joshua Flint – gespielt von Benjamin Kernen – in Grevesmühlen wieder das Sagen. Die bereits zwölfte Episode mit dem Titel „Das Geisterschiff“ entführt die Besucher dieses Jahr auf die Turks and Caicos Islands. Doch nicht nur die Episode ist neu. Neu ist auch die internationale Bedeutung, die dieses Spektakel mittlerweile angenommen hat: Intendant Peter Venzmer überraschte mit der Nachricht, dass sein Theater nunmehr  „Botschafter der Karibikstaaten“ ist. „Die stehen jetzt Schlange: Kuba, Kolumbien, Bahamas – alle wollen, dass unsere nächste Geschichte bei ihnen spielt“, sagt der Kopf des Unternehmens stolz.

Immerhin soll sich für den Premierenabend der Premierminister des kleinen, zum Commonwealth of Nations gehörenden Inselstaates Turks and Caicos angesagt haben. Damit hat dieses Freiluftschauspiel eine neue Dimension erreicht. Nicht nur, dass inzwischen während der rund zweieinhalb monatigen Spielzeit im Sommer zehntausende Besucher von diesem Piraten Open Air angelockt werden. In Zukunft sind laut Intendant Venzmer auch Partnerschaften mit Touristikveranstaltern und Unternehmen der jeweiligen Insel, auf der die Piratengeschichte spielt, denkbar.

Mit der SVZ zu den Piraten
Vom 24. Juni bis 3. September wird es insgesamt 62 Mal heißen: „Auf Seemann, Tod und Teufel!“  Immer von Dienstag bis Sonnabend um 19.30 Uhr und am Sonntag um 16 Uhr stechen die Piraten in See.  Abonnenten unserer Zeitung können  in den SVZ-Geschäftsstellen und unter der Ticketnummer 0385-637 883 44 Eintrittskarten erwerben. Die Preise betragen je nach Kategorie 34 Euro, 30 Euro oder 26 Euro für Erwachsene.  Kinder  bis 13 Jahre zahlen je nach Kategorie 26 Euro, 22 Euro oder 18 Euro.

„Wir möchten Sie einladen, die Besonderheiten zu genießen, die uns von anderen unterscheidet: von der Schönheit des glitzernden, türkisen Meeres mit den puderweißen Stränden. Unsere Inselkette ist einzigartig und voller Eigenarten, die nur darauf warten, entdeckt zu werden“, schreibt Porsha Stubbs Smith, Ministerin für Tourismus, Umwelt, Nationales Erbe und Kultur der Turks- und Caicos Inseln in ihrem Grußwort. 

 

Säbelrasseln, waghalsige Stunts, 120 Spezialeffekte pro Vorstellung

Seit dem Neubau des Theaters im Jahr 2007 gibt es jedes Jahr auf dem 7,5 Hektar großen Gelände Erweiterungen. Derzeit ist das Bühnenareal etwa 9000 Quadratmeter groß, wovon allein der See rund 7500 Quadratmeter einnimmt. Alljährlich werden neue Bühnenbilder erstellt, die im Herbst konzipiert  und ab März von der Baucrew gebaut werden. Dabei werden bis zu 115 Kubikmeter Holz verarbeitet. Die eigene kleine Werft hat bisher sechs große Schiffe gebaut. Darüber hinaus gibt es fünf echte Fischerboote und drei fahrende Schiffe mit bis zu 15 Metern Länge. Neben den 38 Schiffsgeschützen kommen in dem Theater bis zu zwölf Vorderladerkanonen zum Einsatz. Damit ist es das einzige Open Air Theater in Deutschland, das mit echten Vorderladerwaffen spielt. Ergänzt wird die Inszenierung durch 90 bis 120 unterschiedliche Spezialeffekte pro Vorstellung. Zum beachtlichen „Waffenarsenal“ mit Degen, Säbeln, Messern, Pistolen, Gewehren und Kanonen kommt ein riesiger Kostüm- und Requisitenfundus: Perücken, Kleidung, Schuhe, Schmuck, Geschirr, Kutschen, Palmen, Holzfässer, Kisten. Insgesamt  sind das tausende Fundusstücke.

 

„Das Geisterschiff“ – die Geschichte

Grevesmühlen Die Episode spielt diesmal anno 1694. Capt’n Flint landet auf der Suche nach Schutz vor einem Sturm mit seiner Crew auf seinem Schiff „Walruß“ auf einer der zahlreichen kleinen Inseln der Karibik. Wenig später strandet dort auch die spanische „Urca de Lima“, schwer beladen mit Gold und der Nichte des Vizekönigs. Beides bringen die Piraten in ihren Besitz. Doch die Beute in Sicherheit zu bringen, gelingt  ihnen nicht: Der todgeglaubte, brutale Don Adolfo de Krawallo kehrt zu schnell mit einem spanischen Jagdschiff, dem „Feuerscheißer – Kaka de Fuego“ zurück. Dieser geballten Macht ist die kleine Crew der „Walruß“ nicht gewachsen, ein Entrinnen nicht möglich. Bevor der Spanier das Leben aller auslöscht, schlägt Flint einen letzten Handel vor...

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