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ERFOLG FÜR REHNAER : Pirat gelingt Überraschungs-Coup

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Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Dennis Klüver wird zu einem von sieben Mitgliedern des Aufsichtsrats der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordwestmecklenburg bestellt

svz.de von
erstellt am 27.Sep.2016 | 05:00 Uhr

Er hat es tatsächlich geschafft. Dennis Klüver ist eines von sieben Mitgliedern des Aufsichtsrates der in Neuausrichtung befindlichen Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordwestmecklenburg GmbH. Und damit hat der Rehnaer einen echten Überraschungs-Coup gelandet. Denn den Chef der Piratenpartei in MV hatte von den Kreistagsabgeordneten des Nordwestkreises vorher niemand auf dem Zettel.

Denn erst in allerletzter Sekunde hatte Kreistags-Pirat Dennis Klüver gemeinsam mit Olaf Claus (Freie Wähler) eine Zählgemeinschaft gegründet, sich selbst zum Kandidaten auf einen Aufsichtsrats-Posten aufgestellt und somit die eigentlich nur als kurze Formalie erwartete Bestellung des Aufsichtsrats auf unendlich verlängert. Denn zunächst wusste sowohl Kreistagspräsident Klaus Becker (CDU) als auch die beiden Juristen der Kreisverwaltung, Mathias Diederich und Yann-Christoph Collin, mit der neuen Situation etwas anzufangen. Erst nach mehreren fehlerhaften Versuchen war klar, nach welchem Verfahren die Bestellung des Aufsichtsrates denn nun zu erfolgen habe, konnte die dann ordnungsgemäße Abstimmung erfolgen. Nach deren Auszählung und der Mandatsberechnung nach dem in Verwaltungen anzuwendenden Hare-Niemeyer-Verfahren war klar, dass die SPD einen ihrer beiden Sitze im Aufsichtsrat verliert und Pirat Klüver genau diesen bekommt.

Das Interessante an der Abstimmung: Sowohl aus den Reihen der SPD als auch CDU gab es jeweils einen Abweichler, der für  Michael Roolf (Wählergemeinschaft LUL) gestimmt hatte. Doch auch wenn diese beiden linientreu für ihre Kandidaten aus den eigenen Reihen abgestimmt hätten, wäre Dennis Klüver für den neuen Aufsichtsrat bestellt worden.

Und das wurmt vor allem die Genossen. „Der Kreistagspräsident hat diesen Tagesordnungspunkt schlecht vorbereitet. Er hätte die Kreistagsmitglieder über die anzuwendenden Wahlbedingungen informieren müssen. Das hat er aber nicht gemacht“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Glaner und beantragt deshalb die Überprüfung des Verfahrens.

Der Gescholtene selbst sieht dieser Überprüfung, die er nun gemeinsam mit den beiden Verwaltungsjuristen vornehmen muss, gelassen entgegen. „Das war eine Reaktion der SPD aus der ersten Enttäuschung über das verlorene Aufsichtsratsmandat heraus. Aber wir werden da noch mal drauf schauen“, erklärt Klaus Becker gegenüber SVZ.

Der lachende Dritte im Bunde – vorerst bis zur nächsten Kreistagssitzung am 3. November – heißt Dennis Klüver. Denn wenn die Überprüfung bis dahin ergibt, dass der mehr als holprig begangene Weg zur Bestellung des Aufsichtsrates am Ende doch der richtige war, behält der Rehnaer seinen Posten. Einziger Wermutstropfen im Piraten-Becher: Das Mandat wurde mit den beiden Stimmen der NPD teuer erkauft. Kommentar Klüver: „Ich hatte eigentlich auf zwei Stimmen aus der Fraktion der Linken gehofft, aber am Ende zählt nur das Ergebnis.“

 

 

 

 

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