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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

19. November 2017 | 13:29 Uhr

Pingelshagener freut sich über Schwalben

vom

svz.de von
erstellt am 11.Jun.2013 | 10:03 Uhr

Pingelshagen | Sie sind etwa 13 Zentimeter groß und 20 Gramm schwer: Mehlschwalben. Die Brutvögel haben sich im Laufe der Jahre die beiden Gebäude der Feuerwehr und der Gemeinde in Pingelshagen als Quartier auserkoren. Sie bilden nun schon in guter Tradition ganze Kolonien. Ihre Nester bauen sie an senkrechten Wänden. An den Dachrändern des Feuerwehr- und Dorfgem einschaftshauses zählt Alfred Brauer mittlerweile mehr als 100 Nester. Die Bedingungen für den Nestbau vor Ort sind optimal: "Der Dorfteich ist direkt in der Nähe und der Boden ist lehm haltig", erläutert der Gemeindearbeiter und Wehrführer. Dieser Nestbau ist für die Mehlschwalben charakteristisch: Fertige Nester haben eine geschlossene, halbkugelige Form. Das Einflug loch befindet sich oben.

Verschmutzte Hauswände bleiben freilich nicht aus. "Dann machen wir lieber häufiger sauber. Und wenn Eierschalen auf den Boden fallen, fege ich sie weg" , sagt Alfred Brauer. Vorgesorgt hat der Gemeindemitarbeiter auch: Teilweise hat er Kotbrettchen unter den Nestern angebracht, um die Verschmutzung der Hauswand zu verhindern. Die Zerstörung der Nester ist übrigens ganzjährig gesetzlich verboten. Denn Schwalben gehören laut Bundesnaturschutzgesetz zu den besonders geschützten Arten. Für Alfred Brauer kein Thema, schließlich ist er naturverbunden und in der Landwirtschaft groß geworden. Für ihn gehört das Vogelgezwitscher einfach dazu.

Die Bewohner im Dorf finden es gut, dass es auf dem Gelände Schwalbennester gibt, auch wenn sie selbst an ihrem Haus keine Nester wollen. Doch Alfred Brauer freut sich über das Glück, dass die Schwalben sprichwörtlich bringen. "Am Gemeindehaus bieten wir den Glücksbringern eine Bleibe. Dies sollten wir so lange wie möglich tun. Wenn nicht wir, wer sollte sich denn sonst um Natur und Umwelt kümmern?" Hinzu kommt, dass die Schwalbenbestände seit Jahren zurückgehen. Ein wesent licher Grund ist der Mangel an Nistmöglichkeiten. "Einst gehörten Schwalben ganz selbstverständlich ins Dorf und auf jeden Bauernhof", weiß Alfred Brauer zu berichten. Als an der Stelle des Gemeindehauses noch ein Kuhstall stand, hatten die Schwalben hier überall ihre Nester. Das Gebäude wurde 1999 abgerissen. Das neue Feuerwehr- und Dorfgemeinschaftshaus entstand. Schon im Juni 2000 bauten Schwalben hier wieder ihre Nester. In diesem Jahr kamen die Schwalben später als üblich, was auf das Wetter zurückzuführen ist. Derzeit scheint die Sonne, und die Schwalben sind aktiv. Dank des Dorfteiches gibt viele Fliegen und Mücken, von denen sich die Schwalben ernähren. "Wenn ich zwischen den Gebäuden stehe und sehe, wie die Schwalben zu ihren Nestern fliegen und das Zwitschern höre, dann ist das einfach toll", erzählt Alfred Brauer. Noch genießt er das bunte Treiben.

Wenn sich die Zugvögel Ende August, Anfang September auf den Stromleitungen sammeln, weiß er, dass die Schwalben bald zum Überwintern nach Afrika fliegen. Dann werde am Gemeindehaus alles sauber gemacht, damit die Mehlschwalben im Frühling ein ordentliches Heim vorfinden.

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