zur Navigation springen
Gadebusch-Rehnaer Zeitung

13. Dezember 2017 | 21:45 Uhr

Gadebusch : Pilzvergiftung: Frau im Krankenhaus

vom

Eine 26-jährige Frau aus Gadebusch hat am Sonntag eine lebensbedrohliche Pilzvergiftung erlitten. Eine Ärztin forderte die Polizei und einen Pilzsachverständigen an und konnte erfolgreiche Rettungsmaßnahmen durchführen.

svz.de von
erstellt am 22.Okt.2012 | 10:12 Uhr

Gadebusch | Für eine 26-jährige Frau aus Gadebusch dürfte das vergangene Wochenende nicht so schnell in Vergessenheit geraten. Denn nach dem Verzehr selbst gesammelter Pilze musste sie am Sonntag mit Verdacht auf eine lebensbedrohliche Pilzvergiftung in das DRK-Krankenhaus Mölln-Ratzeburg, wie ein Polizeisprecher informierte.

"Die behandelnde Ärztin des Krankenhauses rief bei der Polizei in Gadebusch an und bat um Unterstützung. Sie benötigte die Pilzreste für eine Bestimmung der Vergiftung", verdeutlichte André Falke von der Polizeiinspektion Wismar. Polizeibeamte eilten daraufhin zur Wohnung der Frau, vor deren Haustür sich noch Reste der selbstgesammelten und verspeisten Pilze in einem Eimer befanden. Die Beamten fuhren damit sofort in das Krankenhaus.

Hilfe für die Bestimmung der Vergiftung erhoffte sich die Ärztin auch von einem Pilzsachverständigen. Über den Pilzverein "Heinrich Sternberg" Rehna e.V. wurde die Kontaktadresse eines Pilzsachverständigten aus Gudow bekannt. Dieser traf nahezu zeitgleich mit der Polizei aus Gadebusch im Krankenhaus ein.

Der alarmierte Fachmann Alexander Glomb machte bei der Analyse zwei kleine Fruchtkörper von Giftchampignons ausfindig. Er schloss nicht aus, dass die Frau auch eine Lebensmittelvergiftung durch verdorbene Pilze erlitten haben könnte. "Viele Pilze können Schimmel ansetzen, wodurch eine Lebensmittelvergiftung ausgelöst werden kann", sagte der Pilzsachverständige Alexander Glomb.

Für die 26-jährige Gadebuscherin konnte nach SVZ-Informationen inzwischen Entwarnung gegeben werden. Sie soll das Krankenhaus bereits wieder nach einer erfolgreichen Behandlung verlassen haben.

Als Reaktion auf den bekannt gewordenen Fall der 26-jährigen Frau aus Gadebusch kündigte der Pilzverein "Heinrich Sternberg" Rehna gestern an, einen so genannten Notfall-Button auf seiner Internetseite einrichten zu wollen. "Wir wollen damit schnell Hilfe anbieten - auch für Ärzte. So wird dort beispielsweise die Handynummer eines Pilzsachverständigen hinterlegt sein", sagt der stellvertretende Vorsitzende des Rehnaer Pilzvereins Volker Jödicke.

Notfall-Button im Internet soll Leben retten

Die Polizei rät Pilzsammlern sich im Zweifelsfall vor einem Verzehr von Pilzen immer an einen Sachverständigen zu wenden. Auf der Homepage der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (www.dgfm-ev.de) sind Kontaktdaten von Pilzsachverständigen aufgelistet. Dort werden auch Sofortmaßnahmen im Falle einer möglichen Pilzvergiftung beschrieben: Reste des Sammelguts und der Mahlzeit sowie eventuell sogar Erbrochenes seien sicherzustellen und zur Untersuchung aufzubewahren.

Die Experten der Deutschen Gesellschaft für Mykologie warnen ausdrücklich: "Es gibt keine vernünftigen Hausmittel bei einer Pilzvergiftung, die ohne ärztlich festgestellte Indikation eingesetzt werden können. Milch trinken ist immer falsch, aber auch Salzwasser trinken, um Erbrechen zu fördern oder Kohletabletten, um Durchfälle zu lindern, können schwere Nachteile mit sich bringen und die Prognose bis hin zu Todesfällen verschlechtern."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen