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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

20. Oktober 2017 | 09:16 Uhr

Botelsdorf : Pilzsammler finden 13 Altreifen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Im Botelsdorfer Wald haben Unbekannte sich illegal ihrer ausgedienten Pneus entledigt. Revierförster erstattet Anzeige

svz.de von
erstellt am 29.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Fassungslos schauen Sebastian Struck und Mathias Quednow auf einen Haufen Altreifen. Eigentlich wollten die beiden Freunde im Botelsdorfer Wald Pilze suchen. Doch was sie in dem Waldstück zwischen Botelsdorf und Klein Hundorf fanden, verschlägt ihnen glatt die Sprache. 13 Pneus, die meisten sogar noch auf Felgen, hatten Unbekannte gut 500 Meter tief im Wald an einem Weg illegal entsorgt.

„Wir haben beim Pilzesammeln schon viel Müll entdeckt, aber so etwas noch nicht“, sagt Mathias Quednow. Die Autoreifen hätten nach Aussage des Löwitzers verteilt auf einer relativ kleinen Fläche vom Waldweg bis in einen nahen Grund gelegen. Kurzerhand hätten die Pilzsammler angepackt, diese zusammengetragen und neben dem Waldweg aufgestapelt. Darüber hinaus fanden die Naturliebhaber an einer anderen Stelle einen ausgedienten Röhren-Fernseher. Wie zum Hohn hatten  Müll-Ganoven diesen unmittelbar vor einem Schild mit der Aufschrift „Schutt abladen verboten!“ entsorgt.

Das Ganze ist nun erst einmal ein Fall für den zuständigen Revierleiter beim Forstamt Grevesmühlen. „Ich werde jetzt eine Anzeige gegen Unbekannt stellen“, kündigt Ronald Fass an. Wohl wissend, dass dabei vermutlich nicht viel herauskommt. Aber wenn die Polizei vielleicht doch jemanden hochziehen könne, bekomme er so wenigstens die Kosten für die Entsorgung zurück.

Bei diesem aktuellen Fall der illegalen Altreifenentsorgung handelt es sich für den Revierförster durchaus um keine Eintagsfliege. Seit zwei bis drei Jahren nehme diese Unart der Müllentsorgung wieder extrem zu. Erst vor wenigen Wochen hätte sich Ronald Fass in einem Wald bei Dragun mit insgesamt 97 illegal entsorgten Altreifen herumschlagen müssen.

„Ich verstehe nicht, dass Leute so ein Risiko eingehen und die Dinger im Wald entsorgen“, sagt der Förster. Die alten Reifen könne man doch genauso gut zu einem Reifenhandel bringen. Die Preise für die Entsorgung liegen  dort bei rund zwei Euro pro Autoreifen. Befinden sich dise noch auf Felgen,  kostet der Spaß  in etwa das Doppelte. Und dann gibts ja auch noch die Null-Euro-Variante. Sebastian Struck: „Die alten Autoreifen kann man ja auch zu einem Landwirt in der Nähe bringen, die benötigen diese häufig zum  Beschweren von Planen.“

Wer bei der illegalen Entsorgung seiner alten Reifen erwischt wird, geht ein finanziell hohes Risiko ein. Denn die Ablagerung von Altreifen außerhalb von Abfallbeseitigungsanlagen stellt eine Ordnungswidrigkeit dar. Und diese kann nun mal mit einer Geldbuße geahndet werden. Dazu erfolgt nach Aussage der Sprecherin des Landkreises Nordwestmecklenburg ein gesondertes Bußgeldverfahren. Petra Rappen: „Nach Kreislaufwirtschaftsgesetz kann die Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße bis zu 100000 Euro geahndet werden. Die Höhe des Bußgeldes hängt unter anderem von der Menge der Abfälle und vom Verhalten des Beschuldigten zu der begangenen Ordnungswidrigkeit ab.“

Erst Ende vergangener Woche wurde in Gadebusch ein weiterer Fall illegaler Müllentsorgung bekannt (SVZ berichtete). Dort hatten Unbekannte an der Gabelung eines Feldwegs aus Richtung Kleingartenanlage „Theodor Körner“ nach Reinhardtsdorf diversen Bauschutt auf einem Feldsteinhaufen abgekippt.  Rasengittersteine, Betonbrocken, Holzlatten, Dachpappe, ein Betonpfahl. Die Agrar AG Gadebusch als Bewirtschafter der an den Feldsteinhaufen  angrenzenden Felder wollte die Sache nicht auf sich beruhen lassen und beim Ordnungsamt in Gadebusch Anzeige erstatten.

 

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