Rehna : Pilzfreunde finden gleich zwei Raritäten

Rasiges Knöterich-Stielbecherchen
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Rasiges Knöterich-Stielbecherchen

Beim Vereinstreffen in Brüel haben Rehnaer und Wismarer Pilzsammler Rasiges Knöterich-Stielbecherchen und Behaarten Holz-Rötling entdeckt

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05. September 2017, 12:00 Uhr

Zum 13. Mal trafen sich Mitglieder des Pilzvereins „Heinrich Sternberg“ Rehna e.V. unter Vorsitz von Torsten Richter und Pilzfreunde der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e. V. unter Leitung von Reinhold Krakow am Sonnabend zum Vereinstreffen am Roten See in Brüel. In zwei Gruppen aufgeteilt, ging es in den Sültener Forst bzw. die
Kobander Tannen.

Während die Pilzfreunde um Irena Dombrowa mehr den Speisepilzen auf der Spur waren, hoffte die Gruppe um Reinhold Krakow und Torsten Richter vielleicht auch neue Arten zu finden. „Jedes Jahr ist für eine Art besonders gut“, weiß Pilzsachverständiger Krakow. Gefunden wurden unter anderem Eselsohr, Kornblumen-Röhrling und Buchenmilchling. „Einige Funde müssen erst unters Mikroskop“, erklärte Torsten Richter. Es gebe sehr viele ähnliche Arten.

Am Abend hatte er dann Gewissheit. „Bester Fund ist Hymenoscyphus darnessii. Das Rasige Knöterich-Stielbecherchen wächst an alten Stängeln von Sachalin-Staudenknöterich am Waldrand zum Campingplatz am Roten See hin. Die gestielten Becher
haben eine Größe von ein bis zwei Millimetern! Die gelben Becher sind der erste Fund für ganz Norddeutschland. Es gibt einen Fund aus Thüringen, einen aus Sachsen und einen aus dem Ruhrgebiet. Es ist also wirklich etwas Besonderes, auch für mich“, so Richter. Unterm Mikroskop bestätigt hat sich zudem ein Fund des sehr seltenen Entoloma jahnii (Behaarter Holz-Rötling). „Der kleine, weiße Holzbewohner mit einem Durchmesser von drei bis sechs Millimetern wurde bislang nur einmal in MV gefunden, das war vor etlichen Jahren. Auch in Schleswig-Holstein ist er eine ziemliche Rarität.“

Sehr seltene Arten werden kartiert, getrocknet und aufgehoben, mit anderen beim Vereinstreffen gesammelten Pilzen wird der Schaukasten des Vereins in Rehna bestückt. „Wir haben wieder etwas dazugelernt. Das passt super in Vorbereitung auf die Pilztage, die am 30. September und 1. Oktober in der Klosterkirche Rehna stattfinden, zusammen mit dem Erntedankfest der Rehnaer Kirchen“, lädt Richter zum Kommen ein.

Zufrieden war am Sonnabend auch die Gruppe um Irena Dombrowa. Man müsse schon gucken, was für Bäume wachsen, wie die Erde sei und wissen, welche Bedingungen die Pilzart brauche. Darauf mache sie die Teilnehmer der Lehrwanderung aufmerksam. Cordula Waldschmidt gehörte dazu. Sie sei schon oft mitgegangen und lerne immer wieder neue Arten kennen, freute sie sich. Erstmals habe sie Pfifferlinge gefunden und kenne jetzt auch Edelreizker, Rotfüßchen und Safran-Schirmpilz. Im vollen Korb von Katrin Richter lag auch ein Zigeunerpilz, ein sehr guter Speisepilz. „In Rehna haben wir schwere Lehmböden, der wächst bei uns nicht“, weiß ihr Mann Torsten Richter.

Die Jüngsten am Sonnabend waren erst vier Jahre alt. Sie wüssten jetzt, dass Drachendreck ein nicht essbarer Schleimpilz sei und aus dem Milchling Milch käme. „Es lohnt sich auch, dass Kinder an Lehrwanderungen teilnehmen“, sagt Irena Dombrowa.

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