Richtfest in Dassow : Pharmazeut investiert im Nordwest-Kreis

Geschäftsführer Wolfgang Heinze feierte gestern Richtfest mit seinem Unternehmen Aqvida in Dassow. Die Firma produziert Krebsmedikamente.
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Geschäftsführer Wolfgang Heinze feierte gestern Richtfest mit seinem Unternehmen Aqvida in Dassow. Die Firma produziert Krebsmedikamente.

Aqvida baut für zwölf Millionen Euro in Dassow und feierte heute Richtfest. Die Kommune braucht ein neues Gewerbegebiet

svz.de von
31. März 2016, 20:45 Uhr

Die Firma Aqvida hat heute in Dassow Richtfest gefeiert. Das Unternehmen aus Hamburg produziert Krebsmedikamente und plant, im letzten Quartal dieses Jahres mit der Produktion in der Kleinstadt beginnen zu können.

Zwölf Millionen Euro fließen in den Neubau in der Werkstraße. Aqvida ist damit das vierte Pharmaunternehmen, das sich in Dassow ansiedelt. Das Land stellt rund fünf Millionen Euro als Förderung zur Verfügung. Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) reiste zum Richtfest an und pries den Erfolg. „Die Gesundheitswirtschaft ist ein strategisch wichtiger Zukunftsmarkt mit deutlichem Wachstumspotential für Mecklenburg-Vorpommern. Die Branche steht für hochqualifizierte, nachhaltige Jobs. Davon brauchen wir noch mehr im Land. Aqvida leistet einen Beitrag hierfür.“

Für Geschäftsführer Wolfgang Heinze war die Landesförderung einer der Gründe, nach Dassow zu kommen. Weiteren Ausschlag gab die Nachbarschaft. „Wir haben vorher überlegt, ob es gelingen wird, hier genug Fachkräfte zu finden“, sagte Heinze. 26 Arbeitsplätze will Aqvida schaffen. „Unser Nachbar ist Euroimmun mit über 400 Arbeitsplätzen. Da werden wir es wohl schaffen, 26 Mitarbeiter zu finden.“ Pharmazeuten, Laboranten, Medizintechniker und Logistiker braucht die Firma. Alles hochspezialisierte Berufe. Zehn Stellen sind schon besetzt worden. Die neuen Angestellten werden am Standort in Hamburg bereits eingearbeitet, damit die Produktion in Dassow reibungslos anlaufen kann.

Aqvida produzierte sogenannte Generika. Dabei handelt es sich um Medikamente, bei denen der Patentschutz ausgelaufen ist. Diese Nachahmerpräparate dürfen mit den selben Inhaltsstoffen dann auch von anderen Unternehmen produziert werden und sind dann meist billiger als das Originalpräparat.

Neun Produkte hat Aqvida im Angebot. „Damit sind die Therapien für die häufigsten Krebserkrankungen abgedeckt“, sagte Heinze. Die Produktion läuft vollautomatisiert . In Dassow entstehe eine „ultramoderne Roboterlinie“, sagte Heinze.

Die Labor- und Bürotrakts umfassen eine Fläche von rund 600 Quadratmetern. Auf 800 Quadratmetern werden die sterilen Injektionsflaschen abgefüllt und verpackt. Zwischen 30 bis 50 Euro kostet eine Flasche und fasst zwischen 10 bis 50 Milliliter. Zehn Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet Aqvida und wächst nach Angaben des Firmenchefs jährlich um 20 Prozent. Wichtigster Absatzmarkt sei nach wie vor Deutschland. Doch auch das internationale Geschäft nimmt Fahrt auf. In den Nahen Osten, nach Nigeria, in den Senegal und nach Lateinamerika liefert das Unternehmen mittlerweile. Auch deshalb braucht Aqvida einen neuen Standort.

Für Bürgermeister Jörg Plön sind Tage wie gestern immer schön. Mit der Ansiedlung von Aqvida sind rund 750 Menschen bei medizintechnischen Unternehmen in Dassow beschäftigt. Das hat Folgen. Freie Flächen gibt es im Gewerbegebiet Dassow-Holm nicht mehr. Euroimmun und GPE haben sich die letzten Grundstücke für mögliche Erweiterungen ihrer Werke gesichert. „Wir prüfen jetzt, ob wir nördlich der B105 ein neues Gebiet erschließen können“, sagt Plön. Am Platzmangel solle der wirtschaftliche Erfolg seiner Kommune möglichst nicht scheitern. In diesem Jahr rechnet Plön damit, dass Dassow 1,3 Millionen Euro an Gewerbesteuern einnimmt.

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