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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

21. November 2017 | 18:44 Uhr

Gadebusch : Pferdesteuer bringt Leser in Rage

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Aber der Ex-Landtagsabgeordnete Hermann Bollinger bleibt bei seiner Forderung.

von
erstellt am 16.Okt.2014 | 00:42 Uhr

Die Forderung nach einer Pferdesteuer in Kommunen hat zahlreiche Reaktionen bei Lesern unserer Zeitung ausgelöst. Während die überwiegende Mehrheit die Einführung einer solchen Abgabe strikt ablehnt, beharrt der ehemalige Landtagsabgeordnete Hermann Bollinger (CDU) auf seine Forderung. „Über eine solche Luxusabgabe wird man wohl noch nachdenken dürfen. Die Steuer müsste für jedes Pferd gelten – auch für Therapiepferde. Denn wer solche Pferde nutzt, macht dies nicht umsonst“, sagt Hermann Bollinger aus Raddingsdorf.

Die Kritik, die auf den ehemaligen Landtagsabgeordneten einprasselt, ist groß. Auf der SVZ-Internetplattform und bei Facebook ist eine lebhafte Debatte über die „Luxusabgabe“ entbrannt. Hagen Schaefer meint zum Beispiel, dass lieber Politiker und Beamte besteuert werden sollten, die andere ständig nur belasten wollen. Andrea Püppsch Ihde würde sich nicht darüber wundern, wenn auch noch die Spaziergeh-Steuer eingeführt werde.

Ins gleiche Horn stößt Maik Shanks le Roux: „Wie wäre es noch mit einer Schlechtwetter-Steuer?“ Karsten Festerling fragt bei Facebook, warum es nicht auch noch eine Kleintiersteuer für Katzen, Mäuse und Hamster geben sollte?

 

Die zum Teil heftigen Reaktionen und die Politikerschelte lassen Hermann Bollinger kalt. Sie seien eher eine Art Trefferanzeige. „Wenn wir über eine Pferdesteuer reden, sollten sich Kritiker zum Beispiel auch fragen, welche Produkte stellt ein Reiterhof her, die für das Bruttoinlandsprodukt relevant sind?“, so Hermann Bollinger.

Der Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht warnt derweil vor der Einführung einer solchen Extra-Steuer: „Das Loblied, das Städte und Gemeinden ihren Sportvereinen in Bezug auf Sozial- und Jugendarbeit singen, gilt auch für Reitvereine und Reiterhöfe. Hier wird Sport getrieben und gleichzeitig Jugend- und Sozialarbeit geleistet.“ Im Bundesland Hessen lassen diese Argumente einige Kommunalpolitiker offenbar nicht gelten. So haben die Kommunen Bad Sooden-Allendorf, Weißenborn und Kirchheim die Pferdesteuer bereits eingeführt.

Noch hat im Pferdeland Mecklenburg-Vorpommern keine Gemeinde eine Pferdesteuer erhoben. Aber es gibt auch im Landkreis Nordwestmecklenburg verschuldete Kommunen, in denen Reiter- und Zuchthöfe betrieben werden.


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