Demern : Petrikirche erhält Meisterwerke aus Glas

Die Glasveredler Stefan Merschmann und Tilo Schmidt (v.l.) von der Glasmalerei Peters bei den Arbeiten in Demern.
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Die Glasveredler Stefan Merschmann und Tilo Schmidt (v.l.) von der Glasmalerei Peters bei den Arbeiten in Demern.

Die Fenster sollen UV-Strahlen absorbieren, um Wandmalereien aus dem 17. Jahrhundert zu schützen

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26. März 2014, 00:01 Uhr

Shanghai, Michigan, Moskau – das sind die Orte, in denen die Glasveredler aus Paderborn bislang tätig waren. Jetzt hat es die Handwerker ins Mecklenburgische verschlagen. Hier bauen sie neue, bleiverglaste Fenster an der Demerner Petrikirche ein. Rund 30 000 Euro werden in das Projekt investiert.

Die Gläser der neuen Fenster sollen verhindern, dass aufwendig freigelegte Wandmalereien von 1611 durch Sonnenlicht Schaden nehmen könnten – das Spezialglas absorbiert UV-Strahlen. Der Clou: Einige Glasstücke heben sich farblich leicht von anderen ab. Dadurch wird die Bauform der früheren gotischen Fenster der Demerner Petrikirche erkennbar.

Bei den Arbeiten für Demern wurden dutzende zugeschnittene Glasstücke mit Hilfe verschiedener Bleiruten zusammengesetzt, die Lötstellen mit Stearinöl bestrichen und mit Zinn verlötet. Abschließend verkitten Stefan Merschmann und Tilo Schmidt die Verglasung von beiden Seiten mit Leinölkitt und versehen sie mit Windeisen.

Merschmann und Schmidt arbeiten für die Paderborner Glasmalerei Peters. Die Neuanfertigungen dieses Betriebes mit 100-jähriger Familiengeschichte gehen in alle Teile der Welt – England, Schottland, USA, Kanada, Indonesien, China, Taiwan und in weitere Länder.

Quasi Hand in Hand arbeiten die Glasveredler mit einem Handwerker aus Kuhlrade. Denn Horst Kottke ist derjenige, der die Fensterrahmen einfugt. „Bei diesem historischen Mauerwerk muss das mit Liebe zum Detail geschehen, damit alles mit dem Alten übereinstimmt“, sagt der Kuhlrader. Dann zeigt er auf einige alte Steine. „Die hatte ich einst nach einem Abriss einer alten Scheune bei Kuhlrade gerettet“, so Kottke. Jetzt sind sie Bestandteil der Petrikirche, was Laien nur schwer erkennen können.

Am Sonntag, 11. Mai, soll die Fertigstellung des Fensterprojektes mit einem Festgottesdienst gefeiert werden. Beginn in der Petrikirche ist um 14 Uhr. Die Gäste können an dem Tag auch von einem Fachmann erfahren, wieviele Arbeitsschritte für diese Meisterwerke aus Glas notwendig waren. Für die musikalische Gestaltung des Festes sorgt das Trio „Lubelka“ der Kreismusikschule Carl Orff.

Nach Angaben von Pastor Bernhard Kähler ist die Realisierung des Fensterprojektes ein riesiger finanzieller Kraftakt. Daran beteiligen sich die Kirchgemeinde, der Förderverein und zu einem kleinen Teil der Kirchenkreis.


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