Kandidatenfrage : Personalkarussell nimmt Fahrt auf

Nach dem Wechsel der Landrätin in die Ministerriege beginnen Parteien mit der Suche nach Kandidaten für die Landratswahl 2014

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17. Dezember 2013, 22:22 Uhr

Nach dem angekündigten Wechsel von SPD-Landrätin Birgit Hesse in die Schweriner Ministerriege beginnen Parteien in Nordwestmecklenburg mit der Suche nach möglichen Kandidaten für die Landratswahl 2014. Während in Kreisen der SPD erste Namen kursieren, setzt die CDU auf eine Entscheidung Ende Januar. Auch die Partei Die Linke will einen eigenen Kandidaten in den Landrats-Wahlkampf schicken – erstmals seit Jahren wieder. „Es ist langfristig gesehen gut, wenn die Linke einen eigenen Kandidaten für die Wahl stellen kann. Noch haben wir aber keine Namen“, sagt der Vorsitzende der Kreistagsfraktion, Björn Griese. Seine Partei hatte bei den beiden vorangegangenen Landratswahlen auf einen Kandidaten verzichtet. Wer es jetzt werden soll, wollen die Linken voraussichtlich am 22. Februar im Wismarer Rathaus entscheiden.

Drei Wochen eher will die CDU Nordwestmecklenburg die Kandidatenfrage klären. „Das letzte Wort haben hierbei die Mitglieder“, sagt die Geschäftsführerin der CDU Nordwestmecklenburg, Ingrid Schafranski. In den nächsten Wochen soll es erste Gespräche zwischen Vorstand und möglichen Interessenten geben. Das Ergebnis soll den CDU-Mitgliedern am 31. Januar in der Grevesmühlener Malzfabrik präsentiert werden. Dann sollen dort auch die Kandidaten für die Kreistagswahl aufgestellt werden.

Wie der Zeitplan der SPD in der Kandidatenfrage aussieht, könnte sich am Freitag dieser Woche entscheiden. Dann kommen im Grevesmühlener Hotel am See die Vorstandsmitglieder der Kreis-SPD sowie die Ortsvorsitzenden zusammen. Dazu erwartet wird auch Noch-Landrätin Birgit Hesse. Sie soll ihren Parteimitgliedern darlegen, wie es zu dem Wechsel an die Spitze des Arbeits- und Sozialministeriums kam. Denn gegenüber Parteimitgliedern habe die Landrätin einen Wechsel zuvor verneint. „Entsprechend geschockt war ich, als ich vom Gegenteil erfuhr. Ihr Weggang ist ein Verlust. Sie hat dem Landkreis und der SPD in Nordwestmecklenburg gut getan“, sagt Stefan Baetke, stellvertretender Kreis-Vorsitzender.

Innerhalb der SPD kursieren inzwischen drei Namen potentieller Landratskandidaten: Kerstin Weiss, die Dassowerin ist 2. stellvertretende Landrätin von Nordwestmecklenburg. Christian Albeck, der Selmsdorfer zeichnet als Kreistagspräsident verantwortlich. Des Weiteren Andreas Wellmann, er ist 2. stellvertretender Wismarer Bürgermeister und Leiter des Amtes für zentrale Dienste in der Hansestadt.

Ob sich der SPD-Kreisvorstand schon am Freitag auf einen Favoriten oder eine Favoritin festlegen wird, ist offen. Geht es nach dem stellvertretenden Kreisvorsitzenden Stefan Baetke, sollte zunächst in Ruhe analysiert und erst nach den Festtagen eine Festlegung getroffen werden. Wichtig sei, dass der Kandidat oder die Kandidatin nicht nur von der Partei, sondern auch von der Bevölkerung akzeptiert werde. „Ich persönlich halte es für wichtig, einen Kandidaten aus der ländlichen Region zu haben. Wir hier ticken etwas anders als die Hanseaten“, sagt Stefan Baetke.

Tausende Nordwestmecklenburger sollen voraussichtlich am 25. Mai 2014 darüber entscheiden, wer Nachfolger von Landrätin Birgit Hesse wird. Die gebürtige Elmshornerin war 2011 in ihrem Amt bestätigt worden und hätte eigentlich noch bis 2018 Landrätin von Nordwestmecklenburg sein sollen. Am Montag war ihr Wechsel in die Schweriner Ministerriege bekannt geworden. Sie tritt dort im Januar die Nachfolge von Manuela Schwesig an, die Bundesfamilienministerin in Berlin wird (SVZ berichtete).


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