Perlin: Baumritzer zerstören Allee

Renzower Straße: Die Überreste vom Astwerk eines Jungbaumes. Gezielt gingen die Täter vor.Volker Bohlmann
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Renzower Straße: Die Überreste vom Astwerk eines Jungbaumes. Gezielt gingen die Täter vor.Volker Bohlmann

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06. Mai 2011, 05:50 Uhr

Perlin | Die kleine Kommune ist reich. Nicht an Euros auf dem Gemeindekonto, aber in Form von stattlichen Alleebäumen. Mitten durch das Dorf führt eine der bundesweit bedeutenden und geschützten Allee-Straßen. Den Erhalt lassen sich die Perliner etwas kosten. "Trotz angespannter Haushaltslage investierten wir im Herbst vergangenen Jahres 20 000 Euro in Pflege und Erhaltungsmaßnahmen für Großbäume", sagt Bürgermeister Hans-Heinrich Franck.

Wirklich Freude kommt nach dem Frühlingserwachen über das Blätterdach in den Straßen des Geburtsortes von Dichter und Ingenieur Heinrich Seidel beim Gemeindechef nicht auf. Es gibt Ärger. In Perlin sind Baumritzer unterwegs. Lützows Ordnungsamtsmitarbeiterin Marita Firchau konfrontiert Franck mit unerfreulichen Tatsachen: "Unbekannte kappten die Kronentriebe im Bereich der Renzower und Boddiner Straße. In einem Fall wurde die Rinde geritzt und die Triebe verstümmelt." Geschätzter Schaden insgesamt: 825 Euro zuzüglich der Arbeitsleistungen des Gartenbauunternehmens.

Mit dem Ziel, die Allee zu erhalten, pflanzten die Perliner 20 Bäume an. "Sogar mit den Anwohnern kam die Gemeinde im Vorfeld ins Gespräch", sagt Firchau. Wer letztlich die teure Baumschulware gezielt zerstört hat, wollen Marita Firchau und Franck ermitteln. Bei der Allee handele es sich immerhin um Kulturgut und öffentliches Eigentum.

Die Beschädigungen stellten Mitarbeiter des beauftragten Landschaftspflegebetriebes aus Trebbow fest. Sie wiesen darauf hin, dass "augenscheinlich an den Bäumen gerüttelt, der Giesrand zum Kegel geformt und die so genanten Terminaltriebe um 1,50 Meter gekürzt wurden". Als Tatzeitraum dürfte Ende April in Frage kommen. Im Protokoll weisen die Landschaftspfleger auf abgebrochene Triebe mit noch nicht verwelkten Blättern hin. Hans-Heinrich Franck spricht von einer Manipulation, die die Perliner teuer zu stehen kommt. Denn die Gewährleistung des Landschaftspflegeunternehmens greift lediglich, wenn Blutbuchen, Ahorn und Eichen ohne jegliche Beeinflussung keine Wurzeln schlagen.

Folglich muss die Gemeinde zahlen. Franck: "Es ist ärgerlich, wenn Bürger oder Besucher die Neuanpflanzungen zerstören. Insbesondere dann, wenn wir ohnehin nicht über ausreichend Geld verfügen, um unseren Verpflichtungen zum Erhalt der Allee nachzukommen. " Das Land fordere dies, gibt aber keine finanzielle Unterstützung. Hinweise auf die Baumritzer nehmen Bürgermeister Hans-Heinrich Franck sowie das Ordnungsamt Lützow-Lübstorf unter Telefon 38874/3020 entgegen.

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