Windparks bei Gadebusch und Renzow : Pegel geht auf Bürgerinitiativen zu

Bürgerinitiativen aus Schildetal und Gadebusch wollten Gehör und kamen mit Energieminister Christian Pegel (links im Bild) ins Gespräch. Der SPD-Politiker sicherte ihnen zu, nach Gadebusch zu kommen.
Bürgerinitiativen aus Schildetal und Gadebusch wollten Gehör und kamen mit Energieminister Christian Pegel (links im Bild) ins Gespräch. Der SPD-Politiker sicherte ihnen zu, nach Gadebusch zu kommen.

Energieminister sichert ihnen Gespräche zum Thema Windkraft zu und erhält hunderte Unterschriften besorgter Bürger

von
08. Juni 2016, 05:00 Uhr

Im Streit um geplante Windparks bei Gadebusch und Renzow kommt Bewegung. So wird Energieminister Christian Pegel Gadebusch besuchen, um mit Bürgern ins Gespräch zu kommen. Das sicherte der SPD-Politiker gestern gegenüber Mitgliedern zweier Bürgerinitiativen während eines Termins in Neu Bauhof zu. Dort nahm Pegel zusammen mit Vertretern des Landkreises, des Straßenbauamtes und des Amtes Gadebusch den ersten Spatenstich für den Bau eines 1,34 Kilometer langen Radweges Richtung Gadebusch vor (siehe unten).

Vor diesem offiziellen Akt war der Minister von sich aus auf die Bürgerinitiativen zugegangen, die mit Plakaten gegen umstrittene neue Windeignungsgebiete protestierten und Gehör beim Minister finden wollten. Im direkten Gespräch erläuterten sie einen Teil ihrer Bedenken. „Wir haben Angst, dass bei der Planung wichtige Dinge nicht berücksichtigt werden“, sagte Oliver Guhl von der Bürgerinititative Schildetal. Er überreichte dem Minister Petitionen und eine Liste von 500 Unterschriften aus der Gemeinde Schildetal.

Dort existiert bereits ein Windpark mit 14 Anlagen. Nun sollen zwei weitere Windeignungsgebiete ausgewiesen werden, obwohl die Planung der Gemeinde dagegen spricht. Denn die Kommune hatte diesen Bereich bereits für den Erhalt der Natur vorgesehen. „Dort wurden Ausgleichsmaßnahmen geplant und umgesetzt“, sagte Guhl gegenüber der SVZ. Immer wieder beklagten Kommunalpolitiker, dass sie sich nicht richtig eingebunden fühlten beim Thema Windkraft.

Ähnlich ist die Situation in Gadebusch, wo sich die Stadtvertretung zwar gegen den Bau eines weiteren Windparks aussprach. Nach dem 1. Entwurf zum Regionalen Raumordnungsprogramm Westmecklenburg ist derzeit dennoch eine Fläche südlich von Gadebusch als Windeignungsraum ausgewiesen. Dort könnten Windenergieanlagen mit einer Flügelhöhe von bis zu 230 Metern errichtet werden.

In dem Gespräch mit den Bürgerinitiativen machte Energieminister Christian Pegel klar, dass er in die Arbeit der Regionalen Planungsverbände nicht mit Weisungen für oder gegen etwas hinein pfuschen wolle und auch nicht dürfe. „Für die Planung bin ich eigentlich der falsche Ansprechpartner. Die haben wir bewusst heruntergegeben auf die Planungsverbandsebene, weil mal der Vorwurf kam: ,Wenn ihr das als Land macht, seit ihr zu weit weg – am grünen Schreibtisch‘.“ Schon seit Jahren übernehmen daher in MV vier Verbände die Regionalplanungen. Diesen Gremien gehören Kommunalpolitiker größerer kreisangehöriger Städte und der Landkreis an.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen