zur Navigation springen

CDU politisches Versagen vorgeworfen : Parteiaustritt: Klüver rechnet ab

vom

Der Rehnaer Dennis Klüver kehrt den Christdemokraten endgültig den Rücken. Das ehemalige Kreistagsmitglied kündigte gestern seinen Austritt aus der CDU NWM an. Parteimitglieder reagierten gereizt auf dessen Vorwürfe.

svz.de von
erstellt am 07.Mär.2012 | 10:31 Uhr

Rehna | Der Rehnaer Dennis Klüver kehrt den Christdemokraten endgültig den Rücken. Das ehemalige Kreistagsmitglied kündigte gestern seinen Austritt aus der CDU Nordwestmecklenburg an. Als Gründe nannte er die "Aufgabe zu vieler Grundüberzeugungen auf Bundes- und Landesebene und das totale politische Versagen der CDU in Nordwestmecklenburg." Entscheidend seien unter anderem die Missachtung der innerparteilichen Demokratie vor Ort, die Pseudo-Opposition gegenüber der SPD-Landrätin Hesse und der unpolitische Narzissmus von Führungskräften wie Rappen, Berkhahn und Schafranski, so Klüver wörtlich.

Mitglieder der Kreis-CDU reagierten gereizt auf den Namen Klüver und dessen Vorwürfe. "Bei uns ist noch nichts eingegangen. Wir haben noch keine Austrittsgründe des Herrn Klüver erhalten", sagte gestern Vormittag die CDU-Kreisgeschäftsführerin Ingrid Schafranski. Sie wies Klüvers Kritik zurück und sprach von einer praktizierten Demokratie, bei der jede Anregung vor Ort entgegen genommen werde.

Klüver war von 1999 bis 2011 Mitglied des Kreistags Nordwestmecklenburgs. Zum Bruch mit den Christdemokraten kam es im vergangenen Jahr. Auf Beschluss der CDU-Fraktion wurde Klüver am 18. Mai 2011 aus der Fraktion ausgeschlossen. Die CDU-Fraktion begründete Klüvers Rauswurf damals mit einem nachhaltig gestörten Vertrauensverhältnis und Alleingängen (wir berichteten). Ein Neustart Klüvers scheiterte kurz darauf. Er versuchte viermal vergeblich einen CDU-Kandidatenplatz für die Kreistagswahl 2011 zu ergattern.

Trotz seines gestern angekündigten Rücktritts will sich Klüver weiterhin kommunalpolitisch engagieren. Nach mehr als 20-jähriger CDU-Mitgliedschaft will der Rehnaer an Bord der Piratenpartei gehen. Sie war 2006 in Deutschland gegründet worden. Ihr bislang größter Erfolg waren 2011 die Abgeordnetenhaus- und Kommunalwahlen in Berlin: Dort gelang der Piratenpartei mit 8,9 Prozent der Stimmen zum ersten Mal der Einzug in ein Landesparlament.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen