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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

21. November 2017 | 02:05 Uhr

Lützow : Park liegt im Dornröschenschlaf

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Einwohner kritisiert Zustand des einstigen Erholungsgebietes von Lützow – auch Bürgermeister und Amtsverwaltung sind unzufrieden

svz.de von
erstellt am 14.Nov.2017 | 04:45 Uhr

Ein kleiner Artikel aus der Rubrik „Vor 20 Jahren“ sorgt dafür, dass sich ein Lützower Einwohner beim Heißen Draht meldet. In dem historischen Beitrag ging es um Pflegearbeiten in den Parks der Umgebung, die durch ABM-Kräfte ausgeführt wurden. „Sie müssen jetzt einmal herkommen und sich ansehen, was aus unserem Park mittlerweile geworden ist“, erzählt der Lützower Rentner. „Nur mit Gummistiefeln kann man da noch durchgehen, wenn überhaupt“, moniert er.

Diese Tatsachenbeschreibung des Lützower Ureinwohners ist durchaus zutreffend – sehr zum Bedauern des Amtes Lützow-Lübstorf. Verwaltungschefin Iris Brincker räumt ein: „Leider sind wir immer noch an einen Pachtvertrag über einen Großteil des Parkgeländes an den Alteigentümer des Schlosses gebunden.“ Alle Versuche, aus diesem heraus zu kommen seien bislang gescheitert, letztendlich sogar vor Gericht. Was Christian Schöppe, der 2005 das Schloss von der Deutschen Bahn gekauft hatte, mit diesem bis zum Jahr 2030 laufenden Pachtvertrag über den Park anstellen möchte, weiß allerdings niemand. Denn seit gut sieben Jahren gehört dem Hamburger Unternehmer Dieter Becken das Schloss sowie der dazugehörige Teil des Parkes und der Schlossteich.

Tino Waldraff, seit 2009 Bürgermeister von Lützow, fühlt sich ebenfalls sehr unwohl in dieser Situation. „Wir möchten gern den Park für unsere Einwohner und Gäste in einem ordentlichen, nutzbaren Zustand zur Verfügung stellen“, versichert der Mitarbeiter in der Kreisverwaltung. Schließlich gebe es offiziell seit 2010 ein Parkkonzept. Aber man habe nicht die Möglichkeit nach den derzeitigen, rechtlichen Rahmenbedingungen tätig zu werden – nicht einmal pflegerisch. „Man muss sagen, dass seinerzeit mit der Art und Ausformulierung des Pachtvertrages ein Fehler gemacht wurde. Heutzutage würde das so nicht mehr passieren“, so Waldraff. Für den Bürgermeister steht fest, dass von öffentlicher Seite alles getan wird, sich aus dieser misslichen Lage zu befreien. „Der neue Eigentümer hatte uns 2013 schon mal angeboten, das Parkgelände zu kaufen und dann bestimmte Wege und Bereiche der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen“, berichtet Tino Waldraff. Doch das Tafelsilber zu veräußern kommt für ihn nicht in Frage.

Der Bürgermeister hat einen anderen Plan: „Wir haben LEADER-Mittel beantragt, Gelder zur Förderung ländlichen Lebens. Wenn wir die bekommen, haben wir ganz andere Argumente, um den Pachtvertrag zu lösen“, hofft er. Sollte das gelingen, könnte der Lützower Park endlich wieder dauerhaft aus seinem Dornröschenschlaf erwachen – und nicht nur zum alljährlichen Theodor-Körner-Fest.

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