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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

21. Oktober 2017 | 12:37 Uhr

Rehna : Pachtzins soll um 200 Prozent steigen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Garagennutzer sind empört über neue Pachtverträge. Im Fall eines Abrisses sollen sie 800 bis 900 Euro zahlen

svz.de von
erstellt am 24.Jan.2014 | 00:00 Uhr

Vier Monate vor der Kommunalwahl haben Stadtvertreter ein heißes Eisen in Rehna angepackt: Pachtzahlungen für Garagen. War  seit 1996 eine Jahrespacht von 35,79 Euro  fällig, so soll sie jetzt  nahezu verdreifacht werden. Die Volksseele kocht, denn bei einem etwaigen Abriss sollen die Nutzer auch noch  800 bis 900 Euro  berappen.

 „Ich fühle mich abgezockt. Jeden Stein, jeden Sack Zement habe ich einst für den Garagenbau selbst bezahlt. Es kann nicht sein, dass ich ein Haus baue und andere dann Gewinn damit machen“, ärgert sich der Rehnaer Karl-Heinz Winkler.  Für seine Doppelgarage soll er künftig 200 Euro zahlen, für etwaige Reparaturschäden selber aufkommen und im Falle eines Abrisses die Hälfte der Kosten übernehmen.

Karl-Heinz Winkler ist kein Einzelfall. Hunderte Garagen, die sich auf städtischen Boden befinden, sind inzwischen in das Eigentum der Stadt Rehna übergangen. Manche sprechen von Enteignung, andere von einer Folge des Einigungsvertrages. Fakt ist: Vom Gesetz her gehören die Garagen mittlerweile der Stadt. Am Milchsteig sind es 158 dieser Bauten, an der Ernst-Thälmann-Straße 99 und am Benziner Weg 33.

Was Karl-Heinz Winkler ärgert: Die Stadt habe  Garagenbesitzer über den Eigentümerwechsel in den vergangenen Jahren nicht informiert. Entsprechend überrascht waren einige Garagennutzer jetzt bei einer Infoveranstaltung im Langen Haus. Der Andrang dort  war so groß, dass die Veranstaltung in zwei Durchgänge aufgesplittet werden musste.  Weil Bürgermeister Hans-Jochen Oldenburg im Urlaub ist, brachte sein Stellvertreter Michael Drechsler   die schlechte Nachricht unters Volk. An seiner Seite Kämmerer Detlev Oberpichler.  „Mit den Beiden hatte ich fast schon Mitleid, da sie jetzt zu Buhmännern gemacht werden sollten“, so Garagennutzer Karl-Heinz Winkler. Andere Sitzungsteilnehmer sprachen von einem „echten Desaster“ und „Bürgerferne“.

Folgen haben die neuen Pachtverträge auch für Vereine wie den Angelverein Radegasttal-Rehna, der eine Garage für Arbeitsgeräte und Boote nutzt. Die Pachterhöhung und die Beteiligung an etwaigen Abrisskosten im dreistelligen Bereichen seien happig. „Wir müssen jetzt überlegen, ob wir unsere Beiträge erhöhen müssen“, macht der Vereinsvorsitzende Sigurd Schneider klar. Das ganze Garagenthema  sei ziemlich an den Bürgern vorbei gelaufen. „Die Organisation der Infoveranstaltung war auch daneben“, ärgert sich Sigurd  Schneider.

Dass der Infoabend zeitweilig hitzig und emotional verlaufen ist, daraus macht Kämmerer Detlev Oberpichler keinen Hehl. Jetzt solle Überzeugungsarbeit geleistet werden, damit Garagennutzer einsehen, dass die Pachtverträge nicht zu deren Nachteil seien.  In der Pacht von 100 Euro enthalten seien bereits die Grundsteuer und eine Versicherung für das Gebäude. Die Verträge hätten zudem  eine dreijährige Laufzeit mit automatischer Verlängerung um je ein Jahr.

 Zum Thema Abrisskosten stellt Oberpichler klar: Nur dann sei   die Hälfte der Kosten zu zahlen, wenn eine Garage innerhalb eines Jahres nach Vertragsende auch tatsächlich abgerissen werden sollte.  „Wenn jemand mit einem Nachnutzer zu uns kommt, gibt es für ihn keine weiteren Kosten“, sagt Oberpichler.  Er trat zudem Spekulationen entgegen, dass Garagenflächen in Bauland umgewandelt werden könnten und verweist auf einen entsprechenden Stadtvertreterbeschluss.

 

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