Gadebusch : Ortsteile sehnen schnelles Internet herbei

Während in Gadebusch die Bagger rollen, müssen sich in Güstow und Ganzow Einwohner und Firmen in Geduld üben

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27. September 2017, 04:45 Uhr

Hilferuf aus Güstow: Einwohner und Gewerbetreibende des Gadebuscher Ortsteiles warten dort auf den Start des Breitband-Ausbaus. Sie waren ursprünglich davon ausgegangen, dass auch sie vom Ausbau in der nahe gelegenen Gadebuscher Innenstadt profitieren, den die Deutsche Telekom derzeit in Eigenregie realisiert.

Doch nun kursiert bei Anwohnern von Güstow die Befürchtung, dass der geplante Ausbau gestoppt worden sei. Und der Verdacht macht sich bei ihnen breit, dass das Geld für den Internet-Ausbau in ihrem Ortsteil an anderer Stelle gebraucht werden könne. „Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass Anwohner, Gewerbetreibende und ein Hotel auf eine schnelle Internetverbindung verzichten“, verdeutlicht Ben Julius gegenüber der SVZ. Nach Angaben des Amtes Gadebusch häufen sich inzwischen auch Beschwerden von Unternehmen, die voller Ungeduld auf den Ausbaustart in den Ortsteilen warten. Sie klagen vor allem über zu geringe Datenübertragunsgraten.

Damit zu kämpfen hat zum Beispiel Norbert Meylahn von der gleichnamigen Naturstein GmbH in Ganzow. „Wir sind total verärgert“, sagt Meylahn der SVZ. Denn trotz geringer Übertragungsraten müssen drei computergesteuerte Anlagen mit Datenpaketen von Planern und Architekten aus ganz Deutschland bestückt werden. Inzwischen habe er einen Beschwerdebrief an den Landkreis Nordwestmecklenburg geschrieben, weil auch in Ganzow der Start des Breitbandausbaus auf sich warten lässt.

Dass Gadebuschs Ortsteile von einem schnelleren Internet bislang nicht profitieren, soll unter anderem einen bürokratischen Grund haben: Sie sind – anders als die Innenstadt – Projektteil, des flächendeckenden Breitbandnetz-Ausbaus Nordwestmecklenburg, wofür Fördergelder bewilligt wurden. Aktuell haben Telekommunikationsunternehmen bis zum 9. Oktober diesen Jahres Zeit, um ihr Interesse an einer Angebotsabgabe für den so genannten 2. Call zu bekunden. Dazu zählen die Bereiche Neuburg, Neukloster-Warin, Lützow-Lübstorf, Gadebusch Land inklusive der Ortsteile, Grevesmühlen Land, Schönberger Land, Dorf Mecklenburg, Bad Kleinen, Klützer Winkel, Rehna, Poel.

Im 1. Call (Amtsbereiche Rehna, Lützow-Lübstorf, Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen) sind Unternehmen bereits zur konkreten Angebotsabgabe aufgefordert worden. Die dafür vorgeschriebene Frist endet nach Angaben von Landrätin Kerstin Weiss (SPD) am 15. November dieses Jahres. Nach anschließender Auswertung sollen die Verhandlungsrunden mit den bietenden Telekommunikations-Unternehmen beginnen. Als Berater stehen dem Kreis das Unternehmen Geodata und die Kanzlei Muth und Partner zur Verfügung.

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