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Gadebuscher Maurermeister : Opas Geschäfte übernommen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Einer der besten Maurerlehrlinge Deutschlands übernimmt nach Meisterausbildung Handwerksfirma des Großvaters

svz.de von
erstellt am 04.Apr.2016 | 12:00 Uhr

Horst Kulla ist 72 Jahre alt. Seit 1992 betreibt der Gadebuscher Maurermeister ein eigenes kleines Unternehmen mit Angestellten, die ihm jahrelang treu blieben und der Firma damit nicht nur Bodenständigkeit, sondern auch Qualität einbrachten. Seit fast zwei Jahren führt nun Enkel Marcel die Geschäfte. Und der steht seinem Großvater in Nichts nach, erwies sich in seiner Ausbildung als Maurergeselle sowohl als bester seiner Zunft in Mecklenburg-Vorpommern, als auch zweitbester in der gesamten Bundesrepublik.

„Eigentlich wollte ich nie Maurer werden. Ich hatte mir während der Schulzeit eher was mit dem Computer vorgestellt“, erklärt der heute 30-Jährige. Doch als Jugendlicher mit 13, 14 Jahren sei er schon immer auf Opas Baustellen mitgefahren und habe so die ersten Erfahrungen sammeln können, berichtet der Gadebuscher. „Irgendwie habe ich auch trotz guter Zensuren keine Lehrstelle in der Computerausbildung bekommen. Doch da blieb immer noch Opas Firma als Alternative“, sagt Marcel Kulla. Doch nach und nach entwickelte sich aus der Alternative mehr. „Die Arbeit fiel mir leicht und ich wurde auch in der Firma als Lehrling gut aufgenommen“, erklärt er.

Schon vor mehr als zehn Jahren war zu sehen, dass er nach seinem Lehrende 2005 die Fähigkeiten zu etwas Größerem hatte. Das stellte er ein Jahr später erneut unter Beweis und maß sich wenige Monate später mit den besten Auszubildenden Deutschlands in einem Wettbewerb und belegte prompt den zweiten Platz nachdem sich einige Wochen zuvor in Mecklenburg-Vorpommern keiner der Konkurrenten als besserer Maurer erwies. „Das war schon kein schlechter Einstand und ebnete mir zugleich den Weg zur Meisterausbildung und einem Stipendium“, berichtet der 30-Jährige. Denn schon 2006 durfte der damals 20-Jährige aufgrund seiner herausragenden Leistungen seine Meisterausbildung beginnen und beendete diese drei Jahre später in der regulären Zeit von drei Jahren.

Mit 70 wollte Opa Horst dann auch etwas kürzer treten und übergab die Geschäfte am 1. Juli 2014 an den Enkel. Der führt die Firma mit derzeit drei Gesellen in ähnlicher Weise, richtete sich aber auf dem Firmengelände im Gewerbegebiet am Wasserwerk zunächst ein Büro ein. „Opa hat alles zu Hause gemacht, aber da möchte ich ja nicht immer und jeden Tag ein und aus gehen. Deshalb will ich in diesem Jahr mit dem Papierkram hierher ziehen“, erzählt der Nachfolger. Er stelle sich in der Zukunft eine etwas größere Firma vor und wolle dafür nach und nach die Weichen stellen. „Ich werde hier auf dem Firmengelände etwas Ordnung und vor allem Park- sowie Unterstellflächen für die Fahrzeuge schaffen“, erzählte der Firmeninhaber, der mit ebenfalls im selben Gewerbegebiet ansässigen Firmen zusammenarbeitet und gute Erfahrungen gemacht hat. „Wir arbeiten mit Estrichbau Fischer zusammen. Da gibt es hier sehr kurze Wege. Das kommt beiden zugute“, erklärte Marcel Kulla, der sich nun nichts anderes mehr als sein Maurerhandwerk vorstellen kann.

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