Gadebusch : Online-Betrüger auf Dummen-Fang

Finger weg! Unerwünschte Mail kann Schadsoftware enthalten.
Finger weg! Unerwünschte Mail kann Schadsoftware enthalten.

Unternehmen als Absender von betrügerischen E-Mails missbraucht. Die Polizei mahnt zur Vorsicht

svz.de von
27. Dezember 2016, 20:55 Uhr

Online-Betrüger werden rund um die Feiertage immer dreister. Gerade kurz vor Weihnachten verschicken Betrüger vermehrt gefälschte Mahnungen und Forderungen, um Verbraucher abzuzocken. In Gadebusch war die Agrar Aktiengesellschaft betroffen. Doch nicht als Empfänger einer solchen Masche, sonder als vermeintlicher Absender einer gefälschten Rechnung.

Das landwirtschaftliche Unternehmen hätte von alledem nichts bemerkt, wären da nicht zwei Anrufe aus Süddeutschland eingegangen. „Zwei Anrufer aus Bayern haben uns angerufen und nachgefragt, was es mit den Rechnungen von uns auf sich hätte, zu deren Zahlung sie in einer E-Mail aufgefordert wurden“, erzählt Monika Niebuhr. Die jeweils krummen Rechnungsbeträge lagen über 2000 Euro. Zwar stimmte die in der E-Mail hinterlegte Firmenanschrift, aber eine Telefonnummer gab es nicht. Die hatten die beiden Süddeutschen im Internet recherchiert. Als Absender diente eine polnische E-Mail-Adresse. Reiner Zufall also, dass die Agrar AG von der Betrugsmasche unter ihrem Namen etwas mitbekommen hat. „Das ist Dummenfang“, sagt Geschäftsführer Jörg Haase. So lange sein für diese Betrugsmasche benutztes Unternehmen von anderer Seite nicht angezeigt werde, wolle man deshalb auch nichts unternehmen.

„Es wäre in so einem Fall aber durchaus ratsam, die Polizei zu informieren, damit eventuelle Anzeigen oder Beschwerden schnell dem richtigen Sachverhalt zugeordnet werden können“, sagt Nancy Schönenberg. Es gebe aktuell vermehrt Fälle, bei denen E-Mails versendet werden und sich die Betrüger als echte Firmen tarnen. Die Sprecherin der Polizeiinspektion Wismar mahnt daher
zur


Vorsicht: „Empfänger sollten auf keinen Fall den Anhang öffnen und bei der Polizei Anzeige erstatten.“

Auch die Lokalredaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung erreichte kurz vor Weihnachten eine solche Mail. In diesem Fall sollte die Sparkasse als Absender vorgetäuscht werden. In der Mail wird davor gewarnt, dass der Zugang zu einem angeblichen Online-Konto in Kürze ablaufen würde und damit gedroht, dass der Zugang gesperrt werde. „In jedem Fall gilt: Solche Mails werden niemals von einem Kreditinstitut verschickt. Wenn Adressaten so einen Inhalt lesen und auch die Herkunft der Nachricht nicht kennen, sollten sie diese sofort löschen“, rät Kathrin Herrmann von der Sparkasse Mecklenburg-Nordwest. So könne verhindert werden, dass sich Computerviren auf dem heimischen PC einrichten.

Denn am PC droht durch Nachrichtenanhänge oder darin enthaltene Links durchaus Gefahr. Ein unbedachter Mausklick und schon kann der Rechner infiziert sein. Was mit einem solchen infizierten PC passiert, ist ganz unterschiedlich. Bildschirme werden gesperrt, persönliche Daten verschlüsselt, Kontodaten ausgespäht, sensible Passwörter gestohlen. Deshalb rät die Polizei auf ihrer Internetseite www.polizei-beratung.de: „Bewahren Sie sich gegenüber elektronischer Post ein gesundes Misstrauen – auch dann, wenn die Botschaften mit bekannten Logos und in vertrauter Gestaltung aufwarten.“

Darüber hinaus stellt die Polizei auf der Internetseite einen Sicherheitskompass zum Herunterladen zur Verfügung. Dieser soll PC-Nutzern helfen, die zehn häufigsten Sicherheitsrisiken zu erkennen und zu verringern.

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