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Phantechnikum in Wismar : Oldtimerfans ließen die Motoren an

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In Wismar hat das "Motoren anlassen" erstmals am neuen Phantechnikum stattgefunden. Das Spektakel lockte zahlreiche Oldtimer-Liebhaber, Tüftler und Bastler. Ein Lübecker hatte Pech, er wurde mit seinem Ford geblitzt.

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erstellt am 18.Apr.2013 | 10:09 Uhr

Wismar | In der Kreisstadt Wismar hat das "Motoren anlassen" erstmals am neuen Phantechnikum stattgefunden. Das Spektakel lockte zahlreiche Oldtimer-Liebhaber, Tüftler und Bastler. Ein historischer Traktor an einem Kranhaken wies ihnen den Weg, während geschützt unter dem Säulengang historische Zweiradgeschichte zu bestaunen war. "Das waren noch echte MotorradPioniere", fand Hans-Werner Koth aus Crivitz angesichts der Marken DKW und Grade aus den 1920-er Jahren. Er selbst kam mit seiner aufgemotzten original Kradmeldermaschine der einstigen deutschen Wehrmacht angedröhnt. Auch wenn sie "nur" von 1944 stammte.

Richtig voll standen die Vier-Räder-Oldtimer im Innenhof der einstigen Kasernenanlage. Gegen Mittag mussten die letzten Ankömmlinge sogar schon freie Plätze suchen. Klaus-Rainer Hansen kam mit seinem Ford von 1930 aus Lübeck angefahren. "Ich bin super durchgekommen und das in kaum einer Stunde", lobte er sein treues Gefährt. Dem hält er seit 40 Jahren die Treue und hat während dieser Zeit stolze 780 000 Kilometer zurückgelegt. "Damit bin ich inzwischen in 13 Länder gereist", unterstrich er seine Liebhaberei. Denn für ihn ist das treue Gefährt mehr als nur ein Objekt zum Putzen. Dabei störe ihn weder der Benzinverbrauch von knapp 14 Liter pro 100 Kilometer, noch die recht geruhsame Reisegeschwindigkeit von knapp 65 Kilometer pro Stunde. "Trotzdem bin ich kurz vor Wismar noch geblitzt worden", so der Oldtimerfreund ein wenig amüsiert über diesen seltenen Umstand. Mit einem großzügigen Oldtimer-Gebührenerlass rechne er aber nicht.

Dafür war sein Erlebnis ein interessanter Gesprächsstoff unter den Oldtimer freunden. Denn dieses Treffen, eine Premiere am Phantechnikum, war die erste Möglichkeit, die Fahrzeuge mit Seniorenstatus aus dem Winterschlaf zu erwecken, mit Gleichgesinnten zu fachsimpeln und dabei auch fremde Objekte mit Kennerblick kritisch unter die Lupe zu nehmen. Das nutzten gleich 30 Mitglieder von der Vereinigung IFA Mecklenburg Vorpommern e.V. aus Schwerin in geschlossener Formation. Sie rollten, wie kann es anders sein, mit Trabi, Wartburg, Barkas und Co. an. "Eine sehr gut arrangierte Veranstaltung, auch der anschließende Fahrzeugkorso in Richtung Alter Hafen. Beides passt mit dem Schwerpunkt der besonderen Schau im Phantechnikum gut zusammen", fand Hans-Werner Thoms von den IFA-Freunden.

Selbst jüngste Besucher schienen Interesse an der Fahrzeugtechnik zu zeigen. Hochglanzlack und Chrom ziehen eben an. Offensichtlich fand das ebenso der zweijährige Jeppe nebst eigenem Dreirad. "Die Jugend sollte sich ruhig rechtzeitig für solche Technik interessieren", fand sein Vater Peter- Christian Hille aus Beckerwitz.

"Die anfänglichen Bedenken, dem feuchten Wetter geschuldet, wurden glücklicherweise schnell ausgeräumt" sagte Technik-Chef Norman Poschwatta und zeigte sich erleichtert. Als Cheforganisator ging er mit gutem Beispiel voran und brachte selbst zwei Traktoren mit. Den Ackerluft Bulldog Typ D 3506 aus den Jahre 1938 ließ er als Schaustück am Kran schweben.

Gegen Mittag startete ein Fahrzeugkorso in Richtung Alter Hafen und zurück. Von den mehreren hundert Besuchern nutzten etliche die Veranstaltung mit einem Besuch des erst seit knapp fünf Monaten eröffneten Erlebnismuseums zur Thematik Feuer, Wasser und Luft.

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