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bürgermeisterwahl : Oldenburg setzt auf ein Miteinander

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Bürgermeisterkandidat der Alternativen Wählergemeinschaft und der CDU sieht die Einbindung der neuen Ortsteile als Aufgabe

von
erstellt am 17.Mai.2014 | 00:15 Uhr

Hans Jochen Oldenburg aus Rehna (Kandidat der Alternativen Wählergemeinschaft und CDU) will weitermachen. Er bewirbt sich als Bürgermeister der Stadt. Der 67-Jährige holte bereits 2009 bei der Direktwahl mehr als 50 Prozent der abgegebenen Stimmen. Im SVZ-Interview mit Redakteur Volker Bohlmann berichtet Hans Jochen Oldenburg über seinen politischen Kurs, bewertet Ereignisse der Vergangenheit und spricht über die Punkte, bei denen es in seinen Augen derzeit in der Kommunalpolitik hakt.

Frage: Sie sind als Bürgermeister am Ziel ihrer ersten kompletten Legislaturperiode. Ursprünglich wollten Sie nicht erneut als Kandidat für das Bürgermeisteramt antreten. Was hat sie dazu bewogen, sich erneut den Wählern zu stellen?

Hans Jochen Oldenburg: Es ist für mich eine Herausforderung! In den zurückliegenden fünf Jahren habe ich viel Unterstützung erfahren, politische Freunde gefunden, die die Ausübung des Amtes unterstützen. Seit zweieinhalb Jahren bin ich Rentner, habe ausreichend Zeit und denke, dass sich an der Seite der Wegbegleiter, der Alternativen Wählergemeinschaft und der Stadtvertreter, viel realisieren lässt. Dazu zählt für mich u. a. der Neubau der Zweifeldersporthalle.

Wie richten Sie Ihren neuen Kurs für die nächsten fünf Jahre aus?

Die Einbindung der neuen Ortsteile Vitense und Nesow ist ein wichtiges Vorhaben. Niemand soll das fünfte Rad am Wagen sein. Wichtige Vorhaben sind der Ausbau von Verbindungsstraßen in die jeweiligen Orte. Dazu gehören der Wegebau Parber-Törberhals, Malerarbeiten im Dörpshus Vitense, Sanierung der Radegastbrücke bei Nesow. Ich möchte aber auch offen sein für Ideen anderer Wählergruppen.

Woran mangelt es Ihrer Meinung nach in der Kommunalpolitik?

An Ehrlichkeit, wenn andere Akteure hinter meinem Rücken handeln. Man sollte zur Sache stehen, seine Meinung haben und darüber diskutieren können.

Ein Rückblick: Die Amts-Dienstwagenaffäre in 2009 und das in diesem Zusammenhang angestrebte, aber gescheiterte, Verfahren zur Abwahl als Bürgermeister hat für reichlich Wirbel gesorgt. Wie sehen Sie die Geschehnisse aus heutiger Sicht?

Aus dieser Geschichte hab ich meine Lehren gezogen, bin misstrauischer geworden. Ich möchte nicht mehr von einigen Leuten hintergangen oder missbraucht werden. Ich sehe die ganze Geschichte kritischer als vor fünf Jahren.

Kritischer?

Wir sind keine Berufspolitiker und versuchen, das Beste zu machen. Ich sollte nicht so leichtgläubig sein, Dinge nicht einfach hinnehmen, sondern diese fachlich hinterfragen.

Sie waren damals stellvertretender Amtsvorsteher und in die Entscheidungsprozesse eingebunden. Wenn Sie das Handeln des damaligen Leitenden Verwaltungsbeamten betrachten, die daraus resultierende Dienstwagenaffäre und die Auftragsvergaben im Amt, ist da auch ein Stück Selbstkritik dabei?

Natürlich ist Selbstkritik dabei. Aus heutiger Sicht wäre ich den Dingen anders, direkter, nachgegangen. Das Zeitfenster war klein und wir standen damals vor einem Scherbenhaufen.

Politischen Wegbegleitern fehlte es an Aufklärungsarbeit. Hat Sie der Antrag von Martin Reininghaus zur Prüfung eines Abwahlverfahrens berührt?

Sehr berührt. Man denkt darüber nach, wie gut man ist oder ob es sich um grundsätzliches Misstrauen handelt. Ein positives Gefühl war es, dass die Stadtvertretung mehrheitlich zu mir gestanden hat und steht. Die Abgeordneten haben klar gesagt: Du machst weiter. Rücktritt kam für mich nicht in Frage. Die Amtsgeschichte hatte nichts mit der Kommunalpolitik der Stadt Rehna gemein.

Welche Brennpunkte gibt es heute in der Stadt?

Wirkliche Brennpunkte gibt es nicht. Gut im Rennen liegen wir bei der Akquirierung von Fördergeldern für die Zweifeldersporthalle. Die Zusammenarbeit mit dem Klosterverein hat sich positiv entwickelt. Wir reden über Projekte und es klappt miteinander. Für die gute Arbeit haben wir als Stadt auch Eva Doßmann für die Kreisauszeichnung ,Leuchtturm‘ vorgeschlagen – ein Stück Anerkennung für die insgesamt geleistete Arbeit.

Wie wollen Sie eine faire Vereinsförderung sicherstellen?

Wir haben ein gutes Konzept. Jeder Verein, der sich bis zum 30. Januar bei der Stadt meldet, hat die Möglichkeit, die Grundförderung von 150 Euro zu erhalten. Vereine mit Jugendarbeit und besonderen Projekten erhalten automatisch weitere 500 Euro. Insgesamt stellen wir im Haushalt einen Fonds von 10 000 Euro für zukunftsweisende Projekte bereit. Nicht zu vergessen die materielle Unterstützung über die Stadt. Das ist auch gut so, denn das Vereinsleben ist wichtig für die Stadt.

Was machen Sie am 25. Mai um 18 Uhr?

Ich werde mir im Wahllokal die Ergebnisse von der EU- bis hin zur Bürgermeisterwahl anschauen. Spannung ist auf jeden Fall dabei. Man kann vorher nie sagen, wo der Wähler sein Kreuz macht.

 

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