Möbelbörse Gadebusch : Offene Tür statt Kopf in den Sand

Durchstarten in der Möbelbörse: Um den Einsparungen entgegenzuwirken, organisierte unter anderem Ellen Wolski den Tag der offenen Tür.
Durchstarten in der Möbelbörse: Um den Einsparungen entgegenzuwirken, organisierte unter anderem Ellen Wolski den Tag der offenen Tür.

Gadebuscher Möbelbörse reagiert auf Stellenstreichungen: Verkauf von Möbeln für halben Preis

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07. Mai 2018, 12:00 Uhr

Bei Sonnenschein sitzen Leute entspannt auf Plastikstühlen im Hof der Möbelbörse. Sie trinken Kaffee, essen Kuchen, lachen. Die Unbeschwertheit spiegelt nicht den eigentlichen Grund wider, warum die Möbelbörse Gadebusch am Sonnabend geöffnet hatte. Denn der Tag der offenen Tür hat zwei Beweggründe.

Seit der Streichung von vier Stellen geförderter Arbeitsgelegenheiten und der Reduzierung der Stunden bei den übrigen Mitarbeitern ist Geld ein noch knapperes Gut als sonst. „Wir wollen heute möglichst viel Geld verdienen, um die Kasse aufzubessern. Dafür haben wir die Preise auf alle Möbel um die Hälfte reduziert“, berichtete die stellvertretende Leiterin der Möbelbörse, Ellen Wolski. Außerdem sollte die Aktion den Bekanntheitsgrad steigern. „Viele Leute aus Gadebusch wissen gar nicht, dass es uns überhaupt gibt. Dem soll mit dem Tag der offenen Tür Abhilfe geschaffen werden“, erklärte die 46-Jährige. Zudem sollte Platz für Neues gemacht werden. Der Verkauf richtet sich in der Regel nur an Leute, die ein geringes Einkommen haben. Beim Tag der offenen Tür konnte aber jeder nach Schnäppchen stöbern.

So trieb unter anderem die Suche nach einem gebrauchten Gartentisch Olga Pitschujew zur Möbelbörse. „Ich finde es Quatsch in Deutschland ständig Neues zu kaufen, wenn ich es hier auch für einen Bruchteil erstehen kann“, sagte die Klein Hundorferin. Wenn die Möglichkeiten bestehen, sei es sinnig, die vorhandenen Möbel weiter zu nutzen, so die studierte Umweltmanagerin. Den Verkauf in der Möbelbörse kann sie nur begrüßen. „Das sollte öfter gemacht werden. Es ist eine gute Idee, ebenso wie die Möbelbörse an sich“, so die 37-Jährige.

„Natürlich ist der Tag der offenen Tür eine Reaktion auf die vom Amt angesetzten Kürzungen. Wir brauchen jetzt jeden Cent“, verdeutlichte Ellen Wolski. Um so erfreuter zeigte sich die stellvertretende Leiterin angesichts des guten Zulaufs.

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