Rögnitz : Öko-Häuser statt Ziegenkäse

Von Ute Rohrbeck gab es beim vergangenen Bauernmarkt in Rögnitz zum letzten Mal Ziegenkäse.
Von Ute Rohrbeck gab es beim vergangenen Bauernmarkt in Rögnitz zum letzten Mal Ziegenkäse.

Rögnitzerin Ute Rohrbeck beendet Ziegenkäseherstellung nach 17 Jahren und will nun ökologische Häuser mitbauen

svz.de von
15. September 2017, 05:00 Uhr

Seit vielen Jahren ist die Rögnitzerin Ute Rohrbeck weit und breit für ihren Ziegenkäse bekannt. Seitdem verkauft sie bereits die verschiedensten Geschmacksrichtungen des mittlerweile vollbiologisch hergestellten Käse. Am Sonntag hat sie zum letzten Mal die Camembert, Frischkäse und Blauschimmel über die Ladentheke gereicht.

„Ich habe das jetzt 17 Jahre lang gemacht. Nun kann mein Milchlieferant nicht mehr genug Nachschub bringen und ich muss mit der Herstellung aufhören. Allerdings haben wir schon lange ein anderes Projekt in Angriff genommen, so dass das Ende jetzt weder überraschend kommt noch uns irgendwie schadet“, erklärte Ute Rohrbeck. Spätestens 2020 wolle sie zusammen mit dutzenden anderen Interessierten ein Ferienhaus aus Coladosen und Autoreifen bauen. „Ich weiß, jetzt werden viele lachen, aber es ist nicht das erste Haus, dass so gebaut wird. In Baden Württemberg steht bereits eins und ich bin mir sicher, dass das die Zukunft sein wird. Wir werden jedenfalls daran arbeiten“, erklärte sie.

Auf die Idee kam Ute Rohrbeck allerdings nicht selbst. Tochter Lale studierte Europäische Ethnologie (Völkerkunde). Nach dem Ende möchte die 26-Jährige jetzt gerne wieder ins Elternhaus und damit auf das Land zurückkehren. Doch womit kann man Geld verdienen? Was kann man machen? Das fragte sich Lale Rohrbeck und kam auf die Idee, sich der Organisation „Earthship“, anzuschließen. Dieses Netzwerk verbindet Menschen und Organisationen, die sich zum nachhaltigen Bauen, Lernen und Leben austauschen möchten und praktische Bauworkshops und Seminare anbieten.

Gesagt, getan. Eine aus mehr als 20 Mitgliedern gegründete Gemeinschaft kaufte das insolvente Zukunftszentrum Nieklitz mitten im Biosphärenreservat Schaalsee. In diesem Park stehen zwar bereits kleinere ökologische Häuser, die durch den mit ähnlichen Ideen behafteten Vorbesitzer gebaut wurden, doch jetzt plant die Rögnitzer Gemeinschaft in den kommenden Jahren hier Großes. „Bis zum Jahr 2020 möchten wir gerne dieses Ferienhaus gebaut haben. Bis dahin werden hier Seminare abgehalten, in denen wir und andere ihre Ideen und Forschungen zur ökologischen Bauweise erklären und vorstellen“, sagte Ute Rohrbeck. Die Idee kam so gut an, dass selbst ihr Mann, der Filmproduzent Martin Rohrbeck, dem Film nach eigenen Aussagen den Rücken gekehrt hat und in das neue Projekt eingestiegen ist. „Wir leben dafür und für eine echte Gemeinschaft. Nur so kann man ein Dorf wieder beleben. Wenn wir das in Mecklenburg-Vorpommern schaffen, sind wir hier nicht 100 Jahre zurück, sondern dieser Zeit sogar voraus“, sagte Ute Rohrbeck.

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