Wismar : Obdachlose: Jetzt Villa statt Container

Bis vor Kurzem wurde das Gundlach-Haus in der Lübschen Straße saniert, um es Ende 2017 eröffnen zu können.
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Bis vor Kurzem wurde das Gundlach-Haus in der Lübschen Straße saniert, um es Ende 2017 eröffnen zu können.

Diakoniewerk im nördlichen Mecklenburg bietet in Wismar neue Anlaufstelle für Menschen ohne Wohnung

svz.de von
04. Januar 2018, 20:45 Uhr

Gute Nachrichten zum Jahreswechsel: Das Diakoniewerk im nördlichen Mecklenburg hat nach dreimonatiger Sanierung in Wismar eine Unterkunft für Obdachlose eröffnet – in einer alten Villa in der Lübschen Straße. „Wir haben unseren Zeitplan eingehalten. Die Baufirmen und Haustechniker des Diakoniewerks haben hervorragend gearbeitet. Jetzt freuen wir uns, Menschen ohne Obdach im Gundlach-Haus eine Anlaufstelle bieten zu können“, sagt Kirsten Balzer, Geschäftsführerin des Diakoniewerks. Vorher lebten die Obdachlosen in einem Containerbau neben der Wismarer Hochbrücke.

Hier waren  die Obdachlosen bislang untergebracht.
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Hier waren die Obdachlosen bislang untergebracht.
 

Zum Jahresende sind neun Männer und eine Frau in das Haus eingezogen. 15 Plätze stehen insgesamt in Zwei- bis Dreibettzimmern zur Verfügung. „Aber abgewiesen wird niemand, notfalls stellen wir ein Bett dazu“, sagt Geschäftsbereichsleiterin Heike Raddatz-Kossak. In der alten Villa erwartet die Menschen keineswegs Luxus, sondern eine zweckmäßig eingerichtete und warme Bleibe mit Gemeinschaftsbädern und –küchen. „Langfristig sollen die Obdachlosen hier nicht unterkommen, es soll eine Übergangslösung sein. Ziel ist es, die Menschen darauf vorzubereiten, wieder in einer eigenen Wohnung oder einer anderen geeigneten Wohnform zu leben“, so Raddatz-Kossak weiter.

Das Haus in der Lübschen Straße stand seit ein paar Jahren leer. Es ist im Besitz des Landesverbandes der Diakonie mit Sitz in Schwerin. Das Diakoniewerk hat sie gepachtet und sanieren lassen. Dafür und für die Instandhaltung des Gebäudes wurden rund 400 000 Euro aufgewendet – der deutlich größere Teil dieser Mittel wird vom Diakoniewerk über Darlehen finanziert. Die Villa gehörte früher dem Wismarer Dr. Gundlach, der in seinen letzten Lebensjahren in der Seniorenpflegeeinrichtung St. Martin des Diakoniewerks betreut wurde. Er vermachte sein Haus der Diakonie, damit es für soziale Zwecke genutzt wird. Nach ihm ist die Einrichtung nun benannt worden.

In das Gebäude ist außerdem die Wismarer Migrationsberatungsstelle des Diakoniewerks gezogen. Auch die Arbeit der anderen Beratungsstellen – unter anderem Schuldner- und Suchtberatung – wird mit der Betreuung der Obdachlosen verknüpft.

Hintergrund
Das Diakoniewerk im nördlichen Mecklenburg ist Träger von über 70 Einrichtungen und Diensten, die sich stark machen für Menschen mit Unterstützungsbedarf. Dazu gehören neben Beratungsdiensten, ambulanten Hilfen und Wohnangeboten vor allem Arbeits- und Beschäftigungsangebote für Menschen mit Behinderungen.
Außerdem ist das Diakoniewerk Träger von Seniorenpflegeeinrichtungen, Evangelisch Integrativen Kindertageseinrichtungen, einer Evangelisch Inklusiven Schule sowie einer Ersatz- und Förderschule. Mit mehr als 700 Mitarbeitern gehört das Diakoniewerk zu den größten Arbeitgebern der Region.
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