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Nordwestmecklenburg : Notfallseelsorge sucht Verstärkung

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Das Team der Notfallbegleitung Nordwestmecklenburg-West ist seit 2004 im Landkreis aktiv

svz.de von
erstellt am 02.Feb.2017 | 05:00 Uhr

Die Notfallbegleitung sowie Notfallseelsorge ist ein Angebot für Menschen in Krisensituationen. Sie kommt dort zum Einsatz, wo Menschen plötzlich mit dem Tod oder schwerwiegenden Notfällen konfrontiert werden. „Wir unterstützen die Arbeit von Rettungsdienst, Polizei und Feuerwehr, beispielsweise wenn ein schwerer Verkehrsunfall stattgefunden hat“, erklärt Dietrich Voß, Leiter des Notfallseelsorgeteams Nordwestmecklenburg West. Einsätze erfolgen aber auch, wenn Angehörige nach einem Wohnungsbrand, dem Überbringen einer Todesnachricht durch die Polizei oder nach erfolgloser Reanimation eines Familienmitgliedes Betreuungsbedarf haben.

Im Auftrag des Landkreises Nordwestmecklenburg ist die Johanniter Unfallhilfe Träger der Grupp0e, die den Versicherungsschutz für die Gruppenmitglieder gewährleistet, Fortbildungen anbietet und die Fahrtkosten zu den Einsätzen übernimmt. „Wir arbeiten ehrenamtlich und werden bei einem Notfall durch die Rettungsleitstelle alarmiert“ berichtet Dietrich Voß. Die Notfallseelsorger sind seit 2004 im Landkreis aktiv und setzen dort an, wo der Rettungsdienst aufhört: dann, wenn der Rettungsdienst die Wohnung verlassen hat und die Angehörigen mit ihren Ängsten und Sorgen allein sind.

„In der Regel haben die Betroffenen Gesprächsbedarf und möchten, dass jemand bei ihnen bleibt. Wir helfen, Angehörige zu kontaktieren, vermitteln weitere Ansprechpartner und sind einfach für die Betroffenen da. Wenn jemand keine Hilfe möchte, dann drängen wir uns nicht auf“, verdeutlicht Dietrich Voß.

Insgesamt gibt es in Mecklenburg-Vorpommern 16 Notfallbegleitungs- und Notfallseelsorgeteams. Probleme bereiten den Gruppen vor allem der Wegzug von Gruppenmitgliedern und eine vermehrte berufliche Belastung, die wenig Zeit für eine ehrenamtlichen Arbeit lässt, weiß der Leiter der Landeszentralstelle Psychosoziale Notfallversorgung Mecklenburg-Vorpommern, Heiko Fischer.

„In unserer Gruppe sind momentan nur noch vier aktive Notfallseelsorger für den gesamten westlichen Teil des Landkreises Nordwestmecklenburg tätig, die durchgehend einen 24-stündigen Bereitschaftsdienst sicherstellen müssen. Wir suchen zur Verstärkung unseres Teams engagierte Menschen, die gefestigt im Leben stehen, mit Stress und Belastungssituationen umgehen und gut zuhören können. Sie sollten bereit sein, einen Teil ihrer Freizeit in die Notfallbegleitung zu investieren“ erklärt Dietrich Voß.

„Die neuen Notfallbegleiter werden nicht einfach zu Einsätzen geschickt, sondern sie durchlaufen ein Auswahlverfahren und eine fundierte Ausbildung, die sich an den Ausbildungsrichtlinien des Landesbeirates Notfallbegleitung MV orientiert“, verdeutlicht Heiko Fischer, Leiter der Landeszentralstelle Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) Mecklenburg-Vorpommern.

Es werden 90 theoretische und praktische Unterrichtseinheiten angeboten, beispielsweise zu den Themen Gesprächsführung, Trauer, Sterben und Tod und Einsatzorganisation. Der Ausbildungskurs 2017 findet vom 27. April bis zum 30. April sowie vom 14. Juni bis zum 18. Juni in der Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz in der Stadt Malchow statt.

Wer Interesse an einer solchen Arbeit als Notfallbegleiter hat, kontaktiert bitte direkt die Teamleitung Dietrich Voß unter der Telefonnummer 038828-23251 oder per E-Mail an md.voss@gmx.de. 

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