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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

25. November 2017 | 05:16 Uhr

Gottesgabe : Neustart für Dorfclub

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Gemeinde sucht neuen Vorsitzenden / In diesem Jahr wird es ein kleines Dorffest am 27. September geben

svz.de von
erstellt am 16.Aug.2014 | 08:26 Uhr

Die Mitglieder des Dorfclubs Gottesgabe haben ihre Sachen gepackt, um diese im Gemeindehaus unterzubringen. Denn es will sich niemand finden, der den Vorsitz für den wichtigen Club der Gemeinde übernimmt. „Der jetzige Vorsitzende hat aus persönlichen Gründen aufgehört, aber leider will niemand die Verantwortung für die vielen Veranstaltungen übernehmen“, sagt Bürgermeisterin Bärbel Jürß.

Ob die Faschingsparty, die Weihnachtsfeier mit Märchenaufführungen und Weihnachtsmannbesuch, eine Feier zum Kindertag, Geburtstagstreffen für die Senioren oder das traditionelle Dorffest im August – der Dorfclub hat viel für Alt und Jung in der Gemeinde veranstaltet. Die Gemeinde stellte insgesamt 4000 Euro für kulturelle Veranstaltungen, mit denen der Dorfclub wirtschaften musste, zur Verfügung. Hinzu kamen Gelder von Sponsoren. Im Jahr 1982 haben sich Bärbel Jürß, schon damals Bürgermeisterin, und vier weitere Anwohner zusammengeschlossen und den Club ins Leben gerufen. Darunter waren auch einige Familienmitglieder. „Meine Kinder sind mit der Arbeit aufgewachsen. Das war immer eine Art Familienbetrieb“, so die Bürgermeisterin.

„Damals haben wir so viel auf die Beine gestellt und vieles davon haben wir eben auch selbst gemacht. Die Märchen einstudiert und aufgeführt oder eben uns zum Clown beim Fasching gemacht“, sagt die Bürgermeisterin schmunzelnd in Erinnerungen schwelgend. Angenommen wurden die Veranstaltungen immer gut: „Wir waren im Gemeindehaus von Klein Welzin und da passten immer 50 Leute rein – einige mussten nachher schon stehen, weil so viel Andrang war.“

1994 hat Bärbel Jürß für sich gesagt, dass die Luft raus ist, und hat sich zurückgezogen. „Gott sei Dank haben sich zu dieser Zeit Jüngere gefunden, die auf ganz tolle Art und Weise die kulturelle Betreuung über Jahre hinweg übernommen haben.“

Doch die zu Beginn noch vorhandene Begeisterung ließ in den nachfolgenden Jahren immer mehr nach, bestätigt Ursula Steffen vom Sozialausschuss Gottesgabe. „Nach und nach kamen nicht mehr Familien mit Kindern, weshalb die Organisatoren sich immer mehr zurückgezogen haben.“ Mittlerweile besteht der Club von früher statt aus acht nur noch aus vier Mitgliedern, von denen keiner bereit sei, den Vorsitz zu übernehmen. „An dieser Position hängt sehr viel Verantwortung und das schreckt viele ab, zumal die gesamten Aufgaben ehrenamtlich gemacht werden“, verdeutlicht Ursula Steffen.

Die Bürgermeisterin ärgere im Moment am meisten, dass kurz nach ihrem Amtsantritt bekannt wurde, dass das Dorffest ausfalle, da der Dorfclub dieses nicht mehr organisiere. „Außerdem besuche ich selbst das Fest immer gerne“, so Bärbel Jürß weiter. Deshalb entschloss sich die 62-Jährige ihr neues Amt zu nutzen und hatte den Ausschussmitgliedern eine Hausaufgabe aufgegeben: „Jeder sollte sich Gedanken machen oder sogar Bewohner ansprechen, die bei dem Dorfclub mitmachen wollen, um das Fest zu organisieren.“ Das Ergebnis war erschreckend: Niemand meldete sich an. „Da war ich ziemlich traurig und hatte schon fast keine Hoffnung mehr.“

Doch die Eigeninitiative eines jungen Gemeindemitgliedes, Michael Molly, brachte die Wende. „Der junge Mann aus Klein Welzin hat nun unter anderem Kamelreiten und Quadfahren organisiert und der Sozialausschuss zieht jetzt ein kleines Fest auf“, berichtet Ursula Steffen. Geplant ist dieses für den 27. September. „Das war schon eine ganz schöne Herausforderung, schließlich haben wir nur noch sechs Wochen für das Organisatorische und die werden anstrengend“, so das Ausschussmitglied. Es werde sicherlich nicht an die Maßstäbe des traditionellen Dorffestes herankommen, aber dennoch ein lohnenswerter Nachmittag werden. „Außerdem gibt es abends noch eine Disko und dann kommen auch die jungen Leute“, ist sich Ursula Steffen sicher.

Für Bürgermeisterin Bärbel Jürß ist dieser Nachmittag eine Möglichkeit, um neue Mitglieder für den Club zu finden. „Die jungen Familien müssen mitziehen, damit es weiter die tollen Angebote für die Kleinsten der Gemeinde gibt.“ Der Dorfclub sei für das kulturelle Leben sehr wichtig, erklärt Ursula Steffen.

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