Messe Berlin : Neuland auf der Grünen Woche

Alle MV-Neulandgewinner auf der Grünen Woche: vorn die Eschenhof Frauen: Marita Bergmann, Andrea Keil, Barbara Nikolic, daneben Barbara Wetzel und Babette Scurell (v.r.).

Alle MV-Neulandgewinner auf der Grünen Woche: vorn die Eschenhof Frauen: Marita Bergmann, Andrea Keil, Barbara Nikolic, daneben Barbara Wetzel und Babette Scurell (v.r.).

Gewinner der Robert-Bosch-Stiftung präsentierten sich auf Landwirtschaftsschau in Berlin

von
29. Januar 2019, 19:51 Uhr

Das soziale Miteinander, die Solidarität dieser Aussteller war sofort spürbar unter der Baumwollkuppel in Halle 4.2. Zum ersten Mal präsentierten sich die Neulandgewinner der Robert-Bosch-Stiftung auf der Grünen Woche in Berlin. Seit 2012 fördert das Programm alle zwei Jahre bis zu 20 Projekte, die die Zivilgesellschaft im ländlichen Raum von Ostdeutschland stärken wollen. In Mecklenburg sind es inzwischen sieben Projekte, in Vorpommern noch einmal elf. In diesem Jahr gewann für MV der Eschenhof im nordwestmecklenburgischen Groß Rünz mit „Gemeinsam Gärtnern“ das Fördergeld von 50 000 Euro. Der Name ist Programm: Menschen treffen sich, um unter professioneller Anleitung gemeinsam ein Stück Land zu beackern, gemeinsam zu säen, zu pflanzen, zu ernten und auch zu kochen. Motor des Vereins ist Andrea Keil, die zusammen mit ihren Mitstreiterinnen auf der Grünen Woche eine breite Öffentlichkeit mit der Idee bekannt machte. „Wir sind inzwischen 48 Vereinsmitglieder plus Familien plus Freunde“, erzählte Barbara Nikolic stolz. „Wir treffen uns zwei Mal die Woche. Dann wird eine Tafel aufgestellt mit den jeweils anstehenden Aufgaben und jeder sucht sich seine Arbeit.“

Barbara Wetzel vom Allerhand-Verein in Qualitz war ebenfalls unter den Ausstellern. Sie entwarf die extrem leichte und einfach aufzubauende Kuppel aus Baumwollplanen und Bambusstäben, die den Ausstellungsraum der Neulandgewinner überdacht. „Die Idee, uns gemeinsam als Neulandgewinner auf der Grünen Woche zu präsentieren, entstand an einem lauen Sommerabend im letzten Jahr in Qualitz“, erinnerte sie sich. In dem Dörfchen bei Bützow bieten seit 2015 Laien und Experten in der „Werkstatt für lebenslanges Lernen“ Freizeitaktivitäten für alle Altersgruppen an. Für die Idee mit der Grünen Woche musste auch gleich ein Entwurf für einen bezahlbaren und trotzdem auffälligen Stand her. Die gemeinsame Präsentation ist die erste nach außen sichtbare Aktion des Vereins „Neuland gewinnen“. „Die Neulandgewinner haben 2017 diesen Verein gegründet“, erklärte Vorstandsmitglied Babette Scurell. „Wir machen die politische Arbeit, arbeiten am Netzwerk, präsentieren uns gemeinsam nach außen, organisieren zusammen Aktionen, Diskussionen, Themen- und Regionalgruppen.“

Babette Scurell ist gleichzeitig Mentorin des Thünen-Instituts für das Neuland-Programm. „Die Stiftung ist der Auftraggeber, wir sind die Ausführenden“, versuchte Kollegin Siri Frech eine Erklärung. „Die Mentoren machen aus Bürokratie Ideen lebendig“, ergänzte Barbara Wetzel. Sie zeigte sich einigermaßen beeindruckt vom Treffen mit Frank Walter Steinmeier am Vorabend. „Wir waren eine Stunde lang beim Bundespräsidenten zum Gespräch eingeladen. Das war toll, wie wir alle zusammen wie mit einer Stimme gesprochen haben. Wir wissen alle genau, was wir wollen und wo es hingehen soll.“ Wohin? „Na zum guten Leben!“ „Neulandgewinner erfinden heute das Zuhause von morgen. Eigensinnig und vielfältig“, heißt es im Programm des Vereins. Der freut sich über Kontaktaufnahme mit Gleichgesinnten und Interessierten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen