Gadebusch : Neues Schmuckstück ist am Ziel

Am Haken: 15 Tonnen schwer ist die Lok, die gestern Nachmittag am Gadebuscher Bahnhof abgeladen wurde.  Fotos: Michael Schmidt
1 von 4
Am Haken: 15 Tonnen schwer ist die Lok, die gestern Nachmittag am Gadebuscher Bahnhof abgeladen wurde. Fotos: Michael Schmidt

Eine Diesellok der Zuckerfabrik Fallersleben ist gestern am historischen Bahnhof in Gadebusch angekommen

von
29. November 2015, 16:30 Uhr

Nach dem Salon-Schlafwagen des ehemaligen DDR-Regierungszugs ist nun eine Diesellokomotive in Gadebusch eingetroffen. Nicht auf Schienen, sondern mithilfe eines Tiefladers erreichte die 15 Tonnen schwere Lok gestern Nachmittag den historischen Bahnhof der Münzstadt. Dort wurde sie mit zwei Kränen abgeladen. Rund 100 Schaulustige ließen sich dieses Spektakel nicht entgehen.

Für Steffen Hochleutner, einer der beiden Kranfahrer aus Gadebusch, war die Ladung etwas besonderes. Er hatte nie zuvor eine Lokomotive am Haken. Und sein Kollege Jürgen Schmidt traute seinen Augen kaum. Denn nun sah er eine Lok vor sich, die noch vor Monaten nahezu Schrott war. Damals hatte Schmidt die Lok zum ersten Mal an den Haken genommen und auf einem Firmengelände abgeladen. „Ich weiß noch, dass ich mich ernsthaft fragte, ob man daraus noch etwas machen kann? Aber das ist ja hier bestens gelungen. Ich hätte nie gedacht, dass die Lok einmal so schön aussehen könnte“, so Jürgen Schmidt.

Nach Angaben von Bahnhofsbetreiber Holger Hempel wurden 350 Stunden Arbeit in das neue Schmuckstück investiert. Ein Großteil der Teile wurde von der Lützower Firma Lehmann Sand gestrahlt und lackiert. „Das Witzigste an der Lok aber ist, dass sie von nun an jeden Tag ab 12 Uhr mittags und immer zur vollen Stunde für drei Sekunden ein Klingelgeräusch ertönen lässt. Bis 22 Uhr kann man dann die Uhr danach stellen. Außerdem ist ein Geräuschgenerator mit Kugellautsprecher eingebaut. Dadurch ist es möglich, den Ton eines Dieselmotors nachzumachen“, sagt Holger Hempel. Damit nicht genug. Installiert sind auch Hupen, die allerdings so laut seien, dass der Stadtwald entlaubt werde. „Ich muss also sehen, dass ich sie noch gedämpft bekomme“, so der Eisenbahnfan.

Mit dem neuen, 15 Tonnen schweren Schmuckstück wolle Hempel ein weiteres Zeichen des Mutes setzen. Als nächstes möchte sich der Unternehmen den Traum einer noch größeren Lokomotive erfüllen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen