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Aus Niedersachsen nach Roggendorf : Neues Leben für „Fabrikhühner“

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Nachdem sie den Zenit ihrer Legeleistung überschritten hatten, nahm das Tierheim sie auf und sucht neue Besitzer

von
erstellt am 02.Nov.2017 | 21:00 Uhr

Vorm Schlachthof gerettet: Zum zweiten Mal in diesem Jahr hat das Tierheim Roggendorf Hühner aus Niedersachsen bei sich aufgenommen. Es unterstützt damit den Verein „Rettet das Huhn“, der ausgediente Legehennen legal aus Massentierhaltungen holt und diese an tierliebe Menschen vermittelt.

Die in Roggendorf aufgenommenen Hühner, die sich dort in den vergangenen Wochen erholten, können ab sofort in verantwortungsvolle Hände abgegeben werden. Das sagte gestern Tierheimleiterin Meike Jaworski. Nach ihren Angaben handelt es sich um insgesamt 13 Hennen. Hinzu kommen zwei Hähne, die zuvor beschlagnahmt worden sind und danach in einem Hamburger Tierheim lebten.

„An die neuen Halter stellen wir natürlich ein paar Bedingungen. Sie müssen garantieren, dass die Tiere nach ein paar Wochen nicht doch geschlachtet werden, sondern ein glückliches Hühnerleben führen können. Außerdem sind ein vor Mardern geschützter Stall und eine ausreichend große Auslauffläche notwendig“, sagt Jaworski.

Die Hennen sind inzwischen rund 16 Monate alt und wurden aus nur einem Grund ausgestallt: Sie hätten den Zenit ihter maximalen Legeleistung überschritten und rechneten sich nicht mehr für kommerzielle Halter. „Für jeden privaten Hühnerhalter aber schon“, verdeutlicht Meike Jaworski. Nach ihren Angaben stammen die Hennen aus einem Freilandbetrieb. „Als sie hier bei uns ankamen, sahen sie zwar ein wenig aus wie nackte Geier. Aber inzwischen haben sie sich gut erholt und haben die Chance auf ein glückliches Hühnerleben verdient.“

Nach Angaben des Vereins „Rettet das Huhn“ können pro Jahr etwa 10 000 Hennen aus kooperierenden Legebetrieben herausgeholt werden. „Wir übernehmen die Hennen aus den Betrieben in dem Moment, in dem sie normalerweise im Schlachthof entsorgt werden. Sie sind dann nichts anderes als ein Abfallprodukt der Eierindustrie und werden – sobald die Rentabilität, sprich die Legeleistung etwas nachlässt – als wertlos befunden, wie Müll entsorgt und durch neue Junghennen ersetzt“, informiert der Verein.

Bereits im Juli dieses Jahres hatte das Roggendorfer Tierheim 40 Leghorn-Hybriden bei sich aufgenommen und somit vor dem Schlachthof gerettet. Es habe damals nur eine Woche gedauert, bis die Hühner an neue Besitzer vermittelt wurden. „Dank des Artikels in der SVZ hatten sich damals viele bei uns gemeldet“, sagt Meike Jaworski.

Wer mit dem Gedanken spielt, sich einige der neuen Roggendorfer Hühner zu halten, kann sich ab sofort beim Tierheim unter der Telefonnummer 038876/31863 melden. Dort werden derzeit übrigens auch 22 Hunde und 53 Katzen betreut und warten ebenfalls darauf, ein neues, liebevolles Zuhause zu bekommen.

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