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Filmemacher zu Besuch : Neues Filmstudio in Gadebusch

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Erstes Treffen am 21. Mai zur Dokumentar- und Spielfilmproduktion im Mädchentreff

svz.de von
erstellt am 05.Mai.2015 | 00:15 Uhr

Der Mädchentreff wird zum ganz großen Filmstudio. Am Donnerstag, den 21. Mai kommen die Filmemacher Karl Lotz, ein ehemaliger Studioproduzent der DEFA Spielfilmstudios in Babelsberg und der Dokumentarfilmer Dr. Hans-Joachim Ulbrich nach Gadebusch und stellen ihr Jugendprojekt um 15.30 Uhr im Mädchentreff vor.

„Wir wollen ein Filmprojekt machen mit normalen Leuten, also etwas Ungewöhnliches“ sagte Lotz, der seit 20 Jahren mit jungen Leuten und Amateuren zusammen arbeitet. Geplant ist ein Filmdreh mit professionellem Equipment, bei dem die Jugendlichen selbst alle Jobs übernehmen, die sonst mit echten Schauspielern und Technikern besetzt werden. Aus diesem Grund werden drei Gruppen gebildet, in denen die Jungen und Mädchen mit den wichtigen Aspekten des Films vertraut gemacht werden.

„Filme sind Ausdruck einer Denkweise, eine Mischform aus Kunst und Realität“, sagt Lotz. Darauf kommt es den beiden Produzenten an. Die jungen Teilnehmer sollen die Fähigkeit zum Selbstdenken erlernen und hinter die Klischees gucken.

Angelehnt ist das Projekt an Lotzs Buch „Drachenmädchen“. Eineinhalb Jahre arbeitete der Nordwestmecklenburger daran. Zum Inhalt verriet der freie Autor nur so viel, dass eine Gruppe von jungen Mädchen eine geniale Idee entwickelt, um Neonazis zu überlisten. „Das Ziel ist es, die Jugendlichen an das Thema Neonazis heran zu führen und ihnen zu verdeutlichen, was diese mit unserer Geschichte zu tun haben. Sie sollen die Probleme der Gesellschaft und deren Gründe vor Augen geführt bekommen“, sagt Ulbrich ernst.

So möchte er mit seinem langjährigen Freund Karl Lotz und den jungen Projektteilnehmern spannende Interviews führen – u. a. mit Politikern und Aktivisten.

Nach einem halben Jahr soll ein Dokumentarfilm entstehen, der die erste Phase des zirka ein- bis dreijährigen Projektes abdeckt. Im zweiten Teil folgt ein Spielfilm. „Im Laufe der Zeit wird das Buch ,Drachenmädchen’ zusammen mit den Jugendlichen umgeschrieben und so soll zum Ende ein neues Drehbuch entstehen“, berichtet Karl Lotz.

„Ich sehe mich als Minuszeichen einer Batterie und die Jugend als das Pluszeichen, das Positive bei der ganzen Sache. Ich setze große Hoffnung in sie“, sagt der Regisseur. Den beiden leidenschaftlichen Produzenten liegt es sehr am Herzen die Mädchen und Jungen in der Gesellschaft aufgehen und sich von ihrer Kreativität inspirieren zu lassen. Denn „Filme machen ist etwas für junge Leute und ich bin einfach süchtig danach. Ich mache das zum Vergnügen“, meint der 69-jährige Karl Lotz lachend.

Das Projekt wird nicht vom Fernsehen gefördert, sondern der Mädchentreff Gadebusch ist der Träger. Dessen Leiterin, Jutta Arndt, ist erfreut: „Ich finde das einfach total klasse.“ Auch die beiden Filmemacher freuen sich riesig auf die Zusammenarbeit und sind gespannt, was sich daraus entwickelt.

Karl Lotz ist der felsenfesten Überzeugung „Veränderungen finden nur am Rande statt und nie im Zentrum“. Daher eignet sich der Mädchentreff in der kleinen Stadt Gadebusch perfekt für ein neues vielversprechendes Projekt, bei dem junge Leute aus dieser Umgebung im Mittelpunkt stehen und lernen was es heißt, „eine ganz große Kiste zu machen“.

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