Gadebusch : Neuer Streit um Nahverkehr

Geht es nach den Vorstellungen der Fraktion LUL sollte es künftig keinen Parallelverkehr von Bus und Bahn geben.
Geht es nach den Vorstellungen der Fraktion LUL sollte es künftig keinen Parallelverkehr von Bus und Bahn geben.

Fraktion Ländlicher Raum/Umwelt und Landwirtschaft spricht von einem wirtschaftlichen Desaster und fordert Sanierungsvorschläge

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03. Mai 2017, 04:45 Uhr

Im Landkreis Nordwestmecklenburg wird der Ton beim Thema Nahverkehr rauer. So spricht die Kreistagsfraktion Ländlicher Raum/Umwelt und Landwirtschaft (LUL) von einem wirtschaftlichen Desaster. Die Fraktion fordert Landrätin Kerstin Weiss dazu auf, konkrete und real greifende Sanierungsvorschläge zu machen, auf deren Basis der Nahverkehr des Landkreises auf wirtschaftlich stabile Beine gestellt werde.

„Das zusätzliche Defizit von jährlich mindestens zwei Millionen Euro, welches durch das neue ÖPNV-Konzept den Kreishaushalt und somit auch unsere Kommunen über die Kreisumlage belastet, muss über ein geeignetes Maßnahmenpaket schnellstmöglich zurückgefahren werden“, fordert Dietmar Hocke von der LUL. Alle bisherigen Ansätze zur Steigerung der Akzeptanz und Verbesserung der Wirtschaftlichkeit schlugen nach Einschätzung der LUL-Fraktion fehl.

Neben der Etablierung eines neuen und preiswerteren Zonentarifsystems müssen aus LUL-Sicht zwingend auch folgende Themenschwerpunkte einer Prüfung und Anpassung unterzogen werden: die Erhöhung des Anteiles privatwirtschaftlicher Dienstleistungen und kein Parallelverkehr von Bus und Bahn. Darüber hinaus regt die LUL-Fraktion eine Prüfung an, ob der wenig genutzte Anrufbus durch ein Liniennetz im ländlichen Raum, welches zweimal wöchentlich „Einkaufs- und Arztfahrten“ anbietet, ersetzt werden könne.

Ursprünglich sollte der Kreistag von Nordwestmecklenburg am morgigen Donnerstag ein neues Zonentarifsystem beschließen. Doch die Kreisverwaltung von Nordwestmecklenburg drückte auf die Bremse und erbat sich mehr Zeit. Der Leiter der Stabsstelle Wirtschaftsförderung, Regionalentwicklung und Planen, Dr. Roland Finke, sprach in einer Ausschusssitzung von noch offenen Fragen und befürchtet durch das neue Tarifwerk offenbar stärkere negative Auswirkungen auf die Erträge, als sie von einem Expertenbüro dargestellt werden. Zuvor hatte es unter anderem Workshops mit Experten und Plausibilitätsprüfungen gegeben.

Die Verwaltung will dem Kreistag von Nordwestmecklenburg offenbar nur dann ein neues Tarifwerk vorlegen, wenn es zumindest kostenneutral ist. Denn schon jetzt ist der öffentliche Personennahverkehr ein Zuschussgeschäft in Millionenhöhe.

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