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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

21. November 2017 | 02:03 Uhr

Windkraft : Neuer Park bei Stöllnitz

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Weitere Eignungsgebiete bei Goddin und Groß Welzin im Gespräch. Bürger aus Neuendorf klagen über Lärmbelästigung durch Windräder

von
erstellt am 16.Mai.2015 | 08:00 Uhr

Egal wie der Wind bläst, Angelika Lübcke aus Neuendorf blickt voller Sorge von ihrem Grundstück in Richtung Windpark Schildetal. „Schlimm genug, dass man uns diesen großen Windpark vor die Nase gesetzt hat, aber dass wir jetzt mit einer dauernden Lärmbelästigung leben müssen, ist eine Zumutung“, sagt Lübcke. Egal aus welcher Himmelsrichtung der Wind kommt, die Geräusche nerven sie. „Mit der Idylle auf dem Land ist es vorbei, dafür haben wir jetzt ein ewiges Rauschen“, beklagt die Neuendorferin. Niemand habe im Vorfeld von derartiger Beeinträchtigung gesprochen. Angelika Lübcke fragt sich: „Müssen wir jetzt damit leben?“

Mit derartigen Sorgen sind die Bürger in Neuendorf und Umgebung nicht allein. Silke Hansen von der Interessengemeinschaft „Gemeinsam gegen den Wind“, erzählt von zahlreichen Gesprächen mit Betroffenen und Nachbarn. „Das Thema Infraschall findet bislang nicht die notwendige Beachtung“, sagt Silke Hansen. Sie verweist auf Vorkommnisse in Dänemark, wo Tiere einer Farm möglicherweise aggressiv auf Infraschall reagiert haben. Jetzt gebe es dort staatliche Untersuchungen. Beim Infraschall handelt es sich um unterschwellige Geräusche, die von Verkehrslärm und technischen Geräten erzeugt und von Menschen unterschiedlich wahrgenommen werden.

Ungeachtet dessen arbeitet der Regionale Planungsverband Westmecklenburg weiter an der Ausweisung von Windeignungsgebieten. Allein im Bereich Gadebusch-Lützow-Rehna gibt es sechs potenzielle Eignungsgebiete. Das geht aus den aktuellen Unterlagen des Regionalen Planungsverbandes Westmecklenburg hervor. Konkret benannt sind darin das Dreieck Stöllnitz-Rögnitz-Alt Steinbeck, die Gebiete Groß Welzin-Renzow, Groß Welzin-Wodenhof, Goddin-Rambeel, Moltenow-Schönhof (B208) und Rieps-Thandorf.

Planänderungen gibt es anscheinend für Gadebusch und Rehna. Nach massiven Protesten ist das Gebiet Wakenstädt mit seinem historischen Schlachtfeld nicht mehr Bestandteil einer Eignungsfläche für Windkraftanlagen. Darüber hinaus scheinen die Planungen für 17 Windräder zwischen Klein Rünz, Löwitz und Rehna (wir berichteten) vorerst vom Tisch zu sein.

Wie weiter mit den Windkraftanlagen? Antworten auf derartige Fragen gibt eine Infoveranstaltung am Dienstag im Gadebuscher Rathaus. Auf Initiative der Linkspartei wollen das Amt Gadebusch und Kommunalvertreter über Kriterien zur Ausweidung neuer Windeignungsgebiete sprechen. Gesprächspartnerin wird Iris Brincker (Leiterin Amt Lützow-Lübstorf) sein. Sie ist Mitglied im Regionalen Planungsverband Westmecklenburg und wirkt bei der Festlegung für Kriterien zur Ausweisung neuer Windeignungsgebiete mit.

Am Mittwoch, 20. Mai, beraten Bürger aus Krembz und Umgebung über einen möglichen Windpark bei Alt- und Neu-Steinbeck. „Wir wollen sämtliche Informationen zusammentragen“, so Georg Bückle, der mit Werner Guschewski die Veranstaltung organisiert. Als Referent nimmt Dr. Roland Finke vom Fachdienst Umwelt des Landkreises an der Gesprächsrunde teil. Auf einem 48 Hektar großen Gebiet könnten sieben weitere Windkraftanlagen in der Schaalseelandschaft entstehen.
 

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