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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

21. November 2017 | 22:30 Uhr

Gadebusch : Neuer Betrieb im alten Bahnhof

vom

Es war ein Kraftakt für den Gadebuscher Unternehmer Holger Hempel: Nach eineinhalbjähriger Sanierung des historischen Gebäudes wird nun das "Station Burgsee Restaurant" am 9. Mai eröffnet.

svz.de von
erstellt am 27.Apr.2012 | 10:03 Uhr

Gadebusch | Mit der Feuchtigkeit kam der Schimmel, mit dem Schimmel der Verfall. Vom undichten Dach aus fraß sich der Pilz von Etage zu Etage tiefer durch Tapeten, Kleister und Holz, ruinierte Zwischendecken, zerstörte die Bausubstanz des historischen Gebäudes. Früher warteten in diesem repräsentativen wie zweckmäßigen Gebäude am Gadebuscher Stadtrand Reisende auf ihren Zug und lösten Fahrkarten, früher trank man in der verrauchten Wirtsstube ein Bier. Dann kam vor rund zehn Jahren das Aus für den Publikumsverkehr im Bahnhof, dann kam der Schimmel - und dann kamen Holger Hempel und Marlon Groß.

Es war ein Kraftakt für den Gadebuscher Unternehmer Holger Hempel, der das Gebäude 2009 von der Bahn kaufte und somit die Weichen für den Erhalt des 115 Jahre alten Gebäudes stellte. Vom Keller bis zum Dachstuhl wurden in den vergangenen 18 Monaten insgesamt 1000 Quadratmeter saniert und restauriert. "Es verging kein Tag, an dem es nicht hieß: Wir haben da ein Problem", blickt der 41-Jährige zurück. Die Probleme sind gelöst, die Wohnung im Dachgeschoss ist fertig, die Büroräume in der ersten Etage sind bezugsreif und die Gastronomie Parterre kann eröffnet werden.

Station Burgsee Restaurant - unter diesem Namen wird Marlon Groß die Gastronomie betreiben. Groß ist 45 Jahre alt, kommt gebürtig aus Rostock und hat seinen Lebensmittelpunkt nach Gadebusch verlegt. In der Branche arbeitet er seit 24 Jahren. Vor einem halben Jahr hat er den Zuschlag für die Bewirtung im Bahnhof bekommen. "Wir haben dann das Konzept für diese Gastronomie gemeinsam entworfen", sagt Groß. An diesem Morgen sitzt er gemeinsam mit Bauherr Hempel an einem Tisch im Restaurant und lässt die letzten Monate noch einmal Revue passieren. Holzdecke, Parkettboden, Wände, die teilweise mit Tapeten verziert sind, ein neuer Kachelofen und eine Theke bestimmen den hellen, luftigen Raum, in dem es Essen à la carte geben wird. "Wir wollen am 9. Mai um 14 Uhr eröffnen", sagt Marlon Groß, während in der Küche nebenan Mitarbeiter alles auf Hochglanz polieren und Waren im Kühlraum verstauen. Insgesamt wurden sieben Kräfte eingestellt.

Im Restaurant finden 34 Gäste Platz, im Sommergarten 14 und auf der Terrasse, von der es einen schönen Blick auf den Burgsee gibt, 50. "Raum für weitere 100 Gäste gibt es im Festsaal", sagt Gastronom Groß. Dort, im linken Flügel des Bahnhofs, lagerte vormals das Gepäck. Demnächst soll dort in ausgefallen Ambiente gefeiert oder getagt werden. Blickpunkt hier ist ein Lok-Nachbau, denn Vergangenheit und Zukunft werden in diesem Gebäude liebevoll miteinander verknüpft. Sogar der alte Fahrkartenschalter wurde hergerichtet und zu einem kleinen Museum umfunktioniert.

"Ich bin ja mal gespannt, wie das da drinnen aussieht", sagt Peter Pfützner und steigt vom seinem Rad ab. Er dreht gerade eine Runde um den See, hat die Arbeiten am alten Bahnhof immer mal wieder verfolgt und schaut sich jetzt das Gebäude mit dem frischen weiß-grauen Anstrich an. Ja, die alte Kneipe kenne er noch gut. "Da habe ich auch schon mal ein Bier getrunken und eine Bockwurst gegessen", sagt der Rentner. So wie Peter Pfützner haben sich viele Gadebuscher für die Bauarbeiten interessiert. Der Bahnhof, sagen sie, der sei schon etwas Besonderes. "Schön, dass er wieder hergerichtet wird und nicht komplett verfällt", sagt Pfützner. Am Samstag, 12. Mai, gibt es im Bahnhof einen Tag der offenen Tür. Dann wird Bauherr Hempel allen Interessenten das denkmalgeschützte Gebäude zeigen. Schimmel gibt es dann aber nicht mehr zu sehen, denn dieser Gast hat im Bahnhof nichts mehr zu suchen.

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