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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

11. Dezember 2017 | 06:44 Uhr

Schlagsdorf : Neue Perspektiven fürs Grenzhus

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Länderübergreifendes Konzept soll Betrieb des Lernortes Schlagsdorf sichern / Umbauarbeiten im Infozentrum starten noch 2016

svz.de von
erstellt am 03.Feb.2016 | 23:14 Uhr

Das Grenzhus Schlagsdorf wird für die Länder Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern der wichtigste Ort für die Aufarbeitung der deutsch-deutschen Geschichte bleiben und sich weiter entwickeln. Dessen sind sich Andreas Wagner als Leiter des Grenzhuses, Roland Jahn als Bundesbeauftragter für die Stasiunterlagen und Klaus Schlie als Landtagspräsident von Schleswig-Holstein einig.

Jahn und Schlie statteten gestern dem Grenzhus einen Besuch ab. Im Mittelpunkt der Gespräche stand die fachliche Neuausrichtung des Hauses. Darin eingebettet sind mögliche Kooperationen und Anstrengungen zur finanziellen Absicherung der Einrichtung in der gemeinsamen Metropolregion Hamburg.

Seit Jahren bemühen sich das Haus, die Gemeinde Schlagsdorf und verschiedene Landesgremien mit teils unterschiedlichen Ansätzen um eine gesicherte Zukunft der Einrichtung. „Fest steht, dass wir in diesem Jahr mit den Umbauarbeiten bzw. einer inhaltlichen Neugestaltung beginnen“, sagt Wagner.

Ganz ohne Partner lässt sich das finanziell aufwendige Projekt, insbesondere ein dauerhafter Betrieb, kaum bewerkstelligen. Dessen ist sich Schlie als gebürtiger Möllner vor dem Hintergrund der gemeinsamen Verantwortung der Länder sicher: „Schleswig Holstein wird gebraucht in solch einer Phase.“

Ein Signal, das auf Mecklenburger Seite als Wertschätzung für die geleistete Arbeit gilt. Letztlich geht es um die Zukunft des Lernortes im historischen Grenzraum, den Jugendliche aus Mecklenburg Vorpommern und Schleswig Holstein bereits erfolgreich für Projektarbeiten nutzten.

Seine Bewunderung darüber konnte und wollte der Bundesbeauftragte für die Stasiunterlagen, Roland Jahn nicht verbergen: „Es ist beeindruckend, wie hier vor Ort die historische Bedeutung der Grenze herausgearbeitet wird; wie sie einst die Landschaft zerschnitt, wie lebensgefährlich sie war.“ Beide Länder seien herausgefordert, solch Engagement mit Unterstützung zu begegnen. Jahn betont: „Die Politik darf kein Geschichtsbild vorgeben. Stattdessen muss das hier vorhandene bürgerliche Engagement gefördert werden, denn wir brauchen die verschiedenen Blickwinkel auf die Geschichte.“

Bestes Beispiel dürften einige Schülerarbeiten sein. Es sind Interview und Portraits von Menschen, die die Teilung durch die Grenze ertragen mussten und Positionen von ehemaligen Grenzsoldaten.

Weitere fachliche Unterstützung kommt aus dem Hause des Biosphärenreservates Elbe-Schaalsee, das sich konzeptionell als auch inhaltlich einbringt. So zählt das Grenzhus zum Informationszentrum im Biosphärenverband Elbe-Schaalsee und versorgt Touristen mit wichtigen Informationen über Natur und Kultur.

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