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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

19. August 2017 | 19:01 Uhr

Gadebusch : Neue Ideen rund ums Schloss

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Studenten der Hochschule Wismar stellen Jahresarbeiten vor / Ideen reichen von Museumspädagogik bis Hotellerie

Kunst, Kultur, Kinder und Bildung – für das Gadebuscher Schloss und dessen Nutzung stehen neue und teils alte, wieder neu definierte Möglichkeiten zur Diskussion. Sechs Arbeiten, sechs Ideen entwickelten jetzt Architekturstudenten der Hochschule Wismar. Sie beschäftigten sich in den zurückliegenden Monaten mit dem historischen Bauwerk. Insbesondere vor dem Hintergrund des andauernden Verfalls. „Ihr Fazit ist beeindruckend“, sagt der Gadebuscher Gerhard Schotte und fügt hinzu: „Das Schloss in Gadebusch wurde als Bauwerk von nationaler Bedeutung im Renaissancestil von Johann Albrecht eingestuft.“

Das Ergebnis der Studenten beeindruckt auch den Vorsitzenden des Kulturausschusses Klaus Leuchtemann und Stadtvertreter Hans-Christoph Struck gleichermaßen. Gemeinsam erhielten sie Einblick in die Arbeiten der Studenten. „Die Vorschläge reichen vom Hotelbetrieb mit Außennutzung bis hin zur Erweiterung des Musems und der Museumspädagogik. „Zwei Säle, darunter ein historischer aus dem 14. Jahrhundert wären Repräsentanzräume, über die Gadebusch verfügen könnte“, so Schotte. Allerdings wisse man aus Gadebuscher Sicht auch, dass sich das Haus in privater Hand befinde und und dem Verfall längst nicht Einhalt geboten wurde. Die Gadebuscher favorisierten natürlich eine öffentliche Nutzung. Schotte ist zugleich erfreut und nachdenklich: „Die Konzepte sehen in Teilen Nutzungsformen vor, wie es sie im Laufe der Geschichte schon gab.“ Nur, dass diese im Laufe der Geschichte scheinbar nicht mit dem notwendigen Willen weiterentwickelt wurden.

Die Arbeiten über Gadebusch sowie weitere Projekte sind in den kommenden drei Tagen bei der Jahresausstellung der Fakultät Gestaltung der Hochschule Wismar mit ihren Fachrichtungen Design, Innenarchitektur und Architektur – kurz DIA - ausgestellt.

Drei Tage gibt es studentische Kunst, Kultur und wissenschaftliche Auseinandersetzung – vom 7. bis zum 9. Juli. Gezeigt werden über 300 Arbeiten: innovative Praxisprojekte, kreative Abschlussarbeiten und künstlerische Positionen aus den Studiengängen Architectural Lighting Design (Lichtdesign), Architektur, Design mit den Studienrichtungen Produkt- und Schmuckdesign, Innenarchitektur sowie Kommunikationsdesign und Medien.

Dabei haben sich viele Studierende auch mit Wismarer Themen auseinander gesetzt. So entwickelten sie beispielsweise für den 1950 gebauten Wismarer Schleppnetzkutter „Marlen“ Konzepte für einen Innenausbau.

Für den Innenarchitekten Patrick Gürtler (27) war das die Abschlussarbeit. Er würde aus dem gerade in der Restaurierung befindlichen Schiff ein Expeditionsschiff für die Ostsee machen, auf dem Interessierte die Technik der Fischerei kennen lernen können. „Mit Kameras würden wir die Netze imitieren“, erklärt er auch seinen ökologischen Ansatz in Zeiten von Überfischung. Feurig geht es hingegen bim Löten in der Werkstatt der Schmuckdesigner von Friederice Gorzynska zu.

Mit dem Haus Krämerstraße 13 haben sich die Studenten um Professor Oliver Hantke in seinem Lehrgebiet „Entwerfen“ beschäftigt. Aus dem lange leerstehenden und denkmalgeschützten Haus könnte, so die Vorgabe des Professors, eine Kochschule mit Tagesgastronomie werden. Keine leichte Aufgabe, aus dem sehr verbauten Vorderhaus unter Beachtung der Denkmalpflege und der Ansprüche aus dem Nutzungszweck, ein funktionales Haus zu formen. Auch in der Altstadt gibt es Ausstellungen und Kunstprojekte.

 
 



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erstellt am 07.Jul.2016 | 05:00 Uhr

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