fördermittel : Neue Ideen auf dem Land gefragt

Madeleine Kusche  ist Regionalmanagerin  der Lokalen Aktionsgruppe Mecklenburger Schaalseeregion. Sie unterstützt und berät in Rehna.
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Madeleine Kusche ist Regionalmanagerin der Lokalen Aktionsgruppe Mecklenburger Schaalseeregion. Sie unterstützt und berät in Rehna.

Leader Arbeitsgruppe Mecklenburger Schaalseeregion unterstützt private Projekte / Antragsphase für EU mitfinanzierte Vorhaben startet

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12. Juli 2014, 00:08 Uhr

Intakte Kultur-Bahnhöfe, ländliche Bildungszentren, Kleinbetriebe mit naturnahem Wirtschaftskonzept, ein Dorfladen, Museen und Badestege – Ideen für mehr als 70 Projekte sind und werden aktuell von der Arbeitsgruppe Mecklenburger Schaalseeregion umgesetzt. Die Arbeitsgruppe besteht aus unterschiedlichen Vertretern der Gesellschaft. Sie beraten über Vorhaben von Städten, Dörfern, Vereinen und Privatpersonen, die mit Finanzmitteln aus dem EU-Fördertopf unterstützt werden.

Ab Mitte kommenden Jahres geht der Prozess in eine neue Runde. Vorschläge für kreative Projekte sind bereits heute in der Antragsphase gefragt. SVZ-Redakteur Volker Bohlmann sprach mit Regionalmanagerin Madeleine Kusche über Chancen und Möglichkeiten.

Das größte Projekt der Schaalseeregion, das „Treibhaus der Zukunft“ in Dreilützow wurde am Donnerstag fertiggestellt - Gesamtkosten: 840 000 Euro. Wie gelungen war der Auftakt?

Madeleine Kusche: Es war ein Auftakt nach Maß. Eingeladen waren Akteure von Leaderprojekten und der Regionalmarke „Mit Leib und Seele“.

Zu ernten gab es sicherlich noch nichts, wenngleich der Titel das vermuten lässt. Steht der Name Treibhaus für mehr Biogemüse aus der Biosphäre oder als Versorgungseinrichtung?

In einer gewissen Form schon. Es geht um gesunde Ernährung, aber nicht vornehmlich um Gemüseanbau. Das Treibhaus der Zukunft fungiert als Bildungsstätte für den Bereich Landwirtschaft und Umwelt. Das Haus ist heute ein wesentlicher Baustein des Schullandheimes Dreilützow. Rund 520 000 Euro wurden über die Leader-Gruppe in das Projekt transferiert.

Es handelt sich um öffentliche Gelder. Träger des Projektes ist mit der Caritas aber ein privater Träger. Ist das vereinbar?

Es ist in jedem Fall gerechtfertigt. Beim Schullandheim handelt es sich um einen zuverlässiger Partner, mit dem Schwerpunkt auf Kinder- und Jugendarbeit in der Schaalseeregion.

Folglich können neben den Städten, Dörfern auch Privatpersonen eine Förderung beantragen?

Ja! Genau das ist der Ansatz des EU-Projektes. Wir vor Ort entscheiden, was für die Region zukunftsträchtig ist. In den zurückliegenden Jahren haben 41 Kommunen sowie 29 Vereine und private Antragsteller davon partizipiert. Letzteres wird in Zukunft noch verstärkt berücksichtigt.

Wann startet die neue Runde?

In Dreilützow sind wir mit dem Projektaufruf gestartet. Wir sind gespannt, was uns die Akteure an Vorschlägen einreichen.

Mit dem Titel Leader kann nicht jeder etwas anfangen, er ist kaum greifbar. Was verbirgt sich dahinter?

Lokale Akteure, die Menschen vor Ort, haben die Chance Entwicklungsprozesse zu gestalten. Dafür reicht die EU Gelder für die ländliche Entwicklung aus. Die Entscheidungsträger aus der Region bewerten die Vorschläge und unterstützen deren Umsetzung.

Klingt vielversprechend. Was ist an finanziellen Mitteln zu erwarten?

Ich denke, dass wir nicht schlechter gestellt werden. Dafür sprechen unsere Strategie und Projekte. In den zurückliegenden sieben Jahren wurden mit den 3,2 Millionen Euro an Fördergeldern 5,7 Millionen Euro in der Region investieret. Wir erwarten eine ähnlich hohe Mittelzuweisung.

Wo liegt in der Zukunft der Schwerpunkt? Grundlage bildet unsere Handlungsrichtlinie. Dazu gehört Bildung für eine nachhaltige Entwicklung, die touristische Wertschöpfung, Förderung des kulturellen Erbes, Lebensqualität und Projekte, die die Alterung der Gesellschaft berücksichtigen.

Ich will mitmachen. Was muss ich dafür unternehmen?

Ideen sammeln, Projektantrag über unsere Internetseite ausfüllen oder zu uns in der Geschäftsstelle im Langen Haus beim Amt Rehna vorbeischauen. Ein Vorgespräch kann sinnvoll sein, wenn noch keine komplett ausgereifte Idee vorhanden ist. Ansonsten: www.leader-schaalsee.de

Gibt es eine sofortige finanzielle Unterstützung?

Nein. Die Ideen werden gesammelt, von der Arbeitsgruppe bewertet und ausgesucht. Das muss sein, denn in den zurückliegenden Jahren gab es Anträge vom Kaninchenzuchtverein bis hin zum Treibhausbetreiber. Wir sind gefordert, Schwerpunkte zu setzen. Nach diesem Prozedere erfolgt mit uns eine qualifizierte Antragstellung.

Wann wird die Schaalsee-Arbeitsgruppe bestätigt?

Wir rechnen damit, dass unserer Gruppe im Landesauswahlverfahren bestätigt wird und Mitte 2015 die Projekte anpacken kann.

Ein hoher Aufwand. Lohnt sich das?

Klar. Ein Anschub von Geschichten mit lokaler Verankerung lohnt sich immer.

Gibt es für Sie ein Lieblingsprojekt?

Es gibt viele engagierte Menschen. Bemerkenswert finde ich den Pfarrstall in Groß Brütz. Nach seiner Sanierung ist er ein Treffpunkt für die Jugend, Senioren und für die Kirchgemeinde.

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