Gadebusch : Neue Hoffnung für das Schloss

<fettakgl>Jens Evers (r.) vom Verein</fettakgl> HoffnungsGut  informierte Schüler des Gymnasiums über die Geschichte des Schlosses und Zukunftspläne. <foto>Michael Schmidt</foto>
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Jens Evers (r.) vom Verein HoffnungsGut informierte Schüler des Gymnasiums über die Geschichte des Schlosses und Zukunftspläne. Michael Schmidt

Das Ende eines Dornröschenschlafs bahnt sich in Gadebusch an. So gibt es neue Hoffnung für das Gadebuscher Schloss. In dem Hauptgebäude sollen etwa 20 Wohnungen für aktive Menschen ab 55 Jahren geschaffen werden.

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22. Juni 2012, 06:29 Uhr

Gadebusch | Das Ende eines Dornröschenschlafs bahnt sich in der Stadt Gadebusch an. So gibt es neue Hoffnung für das Gadebuscher Schloss. In dem Hauptgebäude sollen etwa 20 Wohnungen für aktive Menschen ab 55 Jahren geschaffen werden. Ein weiteres Ziel ist, die Remise abzutragen und neu aufzubauen. "Darin und in einem Gebäude aus DDR-Zeiten, das entkernt wird und eine neue Fassade erhält, sollen Wohnungen für junge Frauen mit ihren Kindern errichtet werden", sagt Jens Evers vom Verein HoffnungsGut.

Dieser Verein ist bereits als gemeinnütziges Hilfswerk vom Finanzamt für Körperschaften anerkannt worden und arbeitet nach eigenen Angaben ausschließlich als Nicht-Profit-Organisation. Im Kuratorium des Vereins vertreten sind beispielsweise Unternehmer, Pädagogen und Psychologen sowie der achtfacher Weltmeister im Bahnradsport, Maximilian Levy.

"Wir möchten Leuten eine Chance geben, die noch etwas machen wollen, auch wenn sie nicht mehr ganz jung sind. Hier können in Zukunft Menschen ab 55 Jahren, allein oder als Paar, einziehen. Sie können, wenn sie wollen, sich hier richtig gut verwirklichen. So haben wir u.a. einen Hofladen, ein kleines Café und die Wiederherrichtung des Gartens in Planung", sagt der Vorsitzende des Vereins HoffnungsGut Jens Evers. Nach seinen Angaben soll darüber hinaus Frauen mit Gewalthintergrund die Chance gegeben werden, wieder zurück ins Leben zu finden. "A durch sich selbst und B durch Menschen, die hier ebenfalls wohnen oder angestellt sein werden", so Evers. Ziel sei es, neben Wohnungen ein Haus für allein erziehende Mütter mit Gewalthintergrund und deren Kinder zu schaffen und zu betreiben. Es solle die Basis für den Reintegrationsprozess in ein lebenswertes Leben nach dem Aufenthalt z.B. in einem Frauenhaus darstellen.

Gadebuschs Bürgermeister Ulrich Howest hofft, dass das Schloss wieder zum Leben erweckt wird und einen wichtigen Platz im gesellschaftlichen Leben der Stadt einnimmt. "Die Stadt Gadebusch wird im Rahmen ihrer Möglichkeiten das Projekt nach Kräften unterstützen. Ich wünsche den Projektanten viel Kraft und Erfolg bei der Umsetzung ihrer Pläne", so Howest.

Das Projekt HoffnungsGut war innerhalb von sechs Jahren entwickelt worden. "Im Rahmen der Überprüfung der Umsetzbarkeit durch verschiedene Gremien und Fachinstitute wurde uns die große Bedeutung als wohl einmaliges Leuchturmprojekt für die Region attestiert. Erst zu diesem Zeitpunkt ist uns bewusst geworden wie zukunftsweisend unser Projekt ist", verdeutlicht Evers. Er spricht von einem Vorhaben, das sich über mehrere Jahre hinziehe und in das Millionenbeträge inklusive Fördermittel investiert werden müssten. Klar sei auch, dass der Schlossberg auch anschließend weiterhin öffentlich zugänglich sei. Ein Schloss mit Zäunen und hohen Mauern werde es nicht geben.

Der Verein hatte lange nach einem Ort zur Umsetzung des Projektes gesucht. "Was wir uns dabei anschauten, war entweder zu stark verfallen, ,tot saniert’ oder nur noch als Hotel zu nutzen. Erst in Gadebusch wurden wir fündig", so Jens Evers. Hinzu kam, dass sich einige der eindrucksvollsten historischen Städte und Orte wie Hamburg, Lübeck oder Schwerin in der Nähe befänden.

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