Tierheim Roggendorf : Neue Futterstelle statt Katzenjammer

<strong>Dieser Karthäuser Kater</strong>, den Tierheim-Praktikantin Franziska, ist seit Montag im Tierheim. Wer ihn vermisst, kann sich dort melden.
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Dieser Karthäuser Kater, den Tierheim-Praktikantin Franziska, ist seit Montag im Tierheim. Wer ihn vermisst, kann sich dort melden.

In der Region gibt es bereits 15 Anlaufstellen für frei laufende Katzen, an denen sie Nahrung finden - für die 16. sucht das Tierheim in Roggendorf einen alten Bau- oder Campingwagen.

svz.de von
11. Juli 2012, 10:15 Uhr

Roggendorf | Der Kartäuser Kater hat die Augen halb geöffnet. Seine Umgebung kennt er noch nicht genau, ist das Tier doch erst seit Montag im Tierheim Roggendorf. "Der Kater ist vielleicht zwei Jahre alt und wurde in Vietlübbe gefunden", sagt Annette Herbing. Die Tierheimleiterin vermutet, dass der Kater mit dem grauen Fell seinem Besitzer weggelaufen sein könnte. "Wer ihn vermisst, der möchte sich doch bitte bei uns melden", sagt sie.

Ausreißer, die nimmt das Tierheim immer wieder auf. Wilde Katzen jedoch schon seit zwei Jahren nicht mehr. "Das ist Tierquälerei. Sie müssen in Freiheit leben und bekommen Panik, wenn sie eingesperrt sind", sagt die Leiterin. Aber um wilde Katzen kümmern sich die Mitarbeiter des Tierheims trotzdem, denn in der Region gibt es 15 Futterstellen, an denen die frei laufenden Katzen Nahrung finden, die die Roggendorfer Einrichtung den Futterstellen-Betreuern liefert.

Kastration, Freiheit, Futter und gegebenenfalls ärztliche Behandlung - das sind Stichworte, die Annette Herbing mit freilaufenden Katzen in Verbindung bringt. "Wir versuchen die freilaufenden Katzen einzufangen, um sie zu kastrieren, damit sie sich nicht weiter unkontrolliert vermehren können", sagt die Tierschützerin. Rund 250 Kastrationen nehme das Tierheim jährlich an Katzen vor. Die freilaufenden Katzen werden dann an den Ohren tätowiert und registriert. An den Futterstellen bekommen sie dann Nahrung und haben einen Anlaufpunkt. "Aber an diesen müssen sich die Katzen erst gewöhnen", so Annette Herbing. Deshalb gehöre es auch dazu, dass diese Tiere dort erst einmal eingesperrt werden. "Das hört sich schlimm an, ist es letztlich aber nicht", ist sich Herbing sicher. Ein Bauwagen oder ausge musterter Campingwagen eigne sich beispielsweise für solch eine Futterstelle. "Wir möchten derzeit eine zweite Futterstelle in Selmsdorf einrichten. Dazu bräuchten wir eben noch einen alten Bau- oder Campingwagen", bittet Annette Herbing um Mithilfe (Kontakt: 038875/20067).

Der Schadensregulierungsbescheid in Sachen Sturmschäden gab es derweil von der Versicherung. Beim Sturm Ende Juni wurde das Dach des Tierheim-Schauraums zerstört. "In diesem Raum hatten wir Fotos und Beschreibungen von unseren Hunden hängen", sagt Annette Herbing. Heute rücken die Handwerker an, um den Raum wieder herzustellen. Neues Problem: Der Schaden ist wohl größer als bisher angenommen, denn mittlerweile tropft es auch im angrenzenden Katzenhaus.

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