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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

23. November 2017 | 17:54 Uhr

Wismar : Neue Ferienapartements am Hafen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Gästeführer nutzten die Chance, ihren aktuellen Wissensstand während einer Hafenspeicherbesichtigung erneut zu erweitern

Treffpunkt Ohlerich-Speicher, hieß es diesmal für Mitglieder des Vereins der Wismarer Gästeführer. Damit stand eine weitere, in Eigeninitiative organisierte Bildungs-Exkursion auf ihrem Programm. Das Thema könnte in Anbetracht der bemerkenswerten Bauvorhaben zur attraktiven Ferienwohnungs- Umgestaltung nicht aktueller sein. Damit nutzen die „wandernden Erklärer“ einmal mehr die Chance, ihre eigenen Kenntnisse zu vervollkommnen. „Möglich war dies nur, weil wir einem Mitarbeiter vom projektbetreuenden Architektenbüro Evangelis & Partner gewinnen konnten“, wandte sich mit Dankesworten Gästeführer Hans-Walter Brecht an Kristian Fleischhack. Nachdem es dazu ebenfalls „Grünes Licht“ auch noch von den beiden Berliner Projektentwicklern, der Penta Baltic GmbH & Co.KG und deren Tochterfirma, der Ikos Immobilien GmbH gab, stand dem Besichtigungsrundgang nichts mehr im Wege.

Um spektakuläre Momente zu erwarten, war es allerdings noch zu früh. Das war auch denjenigen bewusst, die ansonsten selber anderen ihr Wissen vermitteln. Wie soll es schon aussehen in einem zwar unter Denkmalschutz stehenden, aber seit der Wendezeit leer geräumten Industrie-Bauwerk aus dem Jahre 1938. Nüchterne Betonwände, Spuren demontierter Technik, Staub und hin und wieder defekte Fenster, wo der Wind hindurchpfeift, bestimmten seither die Situation.

„Um so interessanter war es für uns, zu erfahren, wie einem betagten Bauwerk mit zwölf Speichergeschossen und siebzehn Getreidesilos ein zweites, modernes Leben als Wohnstätte geschenkt wird“, so Brecht weiter, der auch diese Tour organisierte. Aus dieser seit Jahren verlassenen Speicherimmobilie ein attraktives Hafenwohngebäude mit 48 Ferienappartements zu konzipieren, ist ganz gewiss eine weitere, ehrgeizige Herausforderung, der sich die Leute aus dem Wismarer Architektenbüro stellen. Statt Entkernen, wie meisten, ist in diesem Fall bauliche Innenerweiterung angesagt. So sind unter anderem zusätzliche Decken für den künftigen Zehngeschosser notwendig. Im Erdgeschoss befindet sich der Eingangsbereich mit Rezeption, Verwaltungs-, Hausmeister- und Konferenzbereich sowie Restaurant mit großzügigem Wintergarten und Sonnenterrasse. Dazu muss der jetzige Anbau weichen.

„Die vorhandene Bausubstanz befindet sich nach den bisherigen Untersuchungsergebnissen in einem solchen Zustand, dass daran aufgebaut werden kann“, erklärt Fachmann Fleischhack weiter. Denn der Bau entstand in einer Zeit, als die Stahlbetonbauweise sich immer mehr durchsetzte. Rein äußerlich soll sich an der Klinkerfassade nur wenig ändern. „Die inneren Werte der Appartements in Größen von 48 bis 93 Quadratmetern werden dagegen hinsichtlich moderner Wohnansprüche konzeptionell optimal ausgereizt“, so die weitere Erklärung.

Inzwischen hat die interessierte Besichtigungsgruppe das Treppensteigen beendet und den obersten Turmbereich erklommen. Die Belohnung in 34 Meter Höhe: Ein wundervoller Panorama- Blick auf Wismars Hafenmeile und die Altstadt. Phantasie ist auch hier gefragt, um sich hier einmal vorzustellen, dass in dieser luftigen Höhe bis Mitte 2017 ein zweigeschossiges Wohnapartement im Penthausstil der Hingucker dieser baulichen Veredelung sein wird. Dennoch zeugen Konstruktionsreste vom einstigen Technikbereich, wo Filteranlagen, Motoren und Elektroverteilung für den einstigen Getreideumschlag montiert waren.

Treppensteigen ist dann ebenfalls Geschichte. Eine externe Aufzugsanlage an der Gebäuderückseite plus Rettungstreppenhaus heißt die Lösung. Eine Überdruckanlage garantiert dabei, dass per Ventilatoren eine mögliche Rauchentwicklung sofort nach außen abgeleitet wird. „Was sich an Neuem an der beliebten Hafenflaniermeile entwickelt, lässt sich gut an unsere Wismarbesucher weitervermitteln“, so die einhellige Meinung nach eineinhalbstündigem Rundgang. Damit lernten Wismars Gästeführer nach dem Thormann- und Löwe-Speicher das dritte historische Hafenbauwerk kennen.

 

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