Schwedenschlacht von 1712 : Neue Ausstellung in Wakenstädt

Der Archäologe Arne Hohmann (r.) in der neu gestalteten Schwedenhütte.  Fotos: Michael Schmidt
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Der Archäologe Arne Hohmann (r.) in der neu gestalteten Schwedenhütte. Fotos: Michael Schmidt

In der Schwedenhütte können Besucher neue historische Funde entdecken und mehr über die Schlachtfeldarchäologie erfahren

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22. August 2016, 04:45 Uhr

Mit einer feierlichen Zeremonie und Andacht ist gestern eine neu gestaltete Ausstellung in der Schwedenhütte in Wakenstädt eröffnet worden. Die Schau gibt einen Einblick in die Schlachtfeldarchäologie und zeigt einige historische Funde. Dazu zählen Kugeln aus Blei für Gewehre und Geschütze, Uniformknöpfe, Schnallen und Seitenplatten von Pistolen. Sie stammen aus der Zeit um 1712, als Wakenstädt der Schauplatz der Schwedenschlacht war.

Seit 2010 wird das Areal der Schwedenschlacht archäologisch erforscht. „Seitdem haben wir bereits mehr als 1000 Funde, die zum Großteil mit der Schwedenschlacht zusammenhängen, bergen können“, sagt der Archäologe Arne Homann. Besonders die Kleinfunde bildeten bis heute den Gang der damaligen Ereignisse ab.

Einer der interessantesten Funde sei ein Würfel, der wahrscheinlich aus einer Bleikugel gehämmert wurde. Das Glücksspiel sei damals ein bevorzugter Zeitvertreib der Soldaten gewesen. Entdeckt wurde dieser Bleiwürfel auf dem Areal des ehemaligen Schlachtfeldes vom ehrenamtlich tätigen Bodendenkmalpfleger Olaf Wiegel.

Die Besucher der neu gestalteten Schwedenhütte finden neben Ausstellungsstücken auch Infotafeln in deutscher und englischer Sprache vor. Zudem können sie mit Hilfe von QR-Codes ein Video zu der nachgestellten Schwedenschlacht im Jahre 2012 auf ihr Mobiltelefon laden.

An der feierlichen Eröffnung der Ausstellung hatte gestern auch eine Delegation aus der schwedischen Partnerstadt Åmål um Bürgermeister Michael Karlsson teilgenommen. Er nutzte die Gelegenheit, um Vertreter der Stadt Gadebusch zu einem Besuch nach Schweden im Jahr 2018 einzuladen. Dann feiert Åmål sein 375-jähriges Bestehen. Dazu werden auch Vertreter des schwedischen Königshauses erwartet.

Die Schwedenhütte auf dem historischen Schlachtfeld in Wakenstadt war Ende vergangenen Jahres von der Museumsanlage Gadebusch übernommen worden. Im Frühjahr 2016 wurde damit begonnen, die Anlage als Gedenkstätte und touristischen Anziehungspunkt der Münzstadt neu zu konzipieren. Diese Anlage verfüge über einen hohen touristischen Wert, betonte der Vorsitzende des Kulturausschusses, Klaus Leuchtemann. Dabei hob er auch die jahrelange Arbeit des Kulturhustorischen Vereins von 1712 hervor.

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