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Hohe Kosten in Hohen Viecheln : Neubau verschlingt 2,2 Millionen Euro

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Die Gemeinde plant kombiniertes Feuerwehrgebäude mit Dorfgemeinschaftshaus

svz.de von
erstellt am 10.Okt.2017 | 21:00 Uhr

Nun steht es also fest: Die geplante Bausumme für das kombinierte Feuerwehrgebäude mit Dorfgemeinschaftshaus beträgt fast 2,2 Millionen Euro. Ursprünglich waren es einmal zirka 890 000 Euro. „Das war allerdings nur die erste grobe Schätzung, nur für das Feuerwehrgebäude, ohne das Drumherum und den Anteil für das Dorfgemeinschaftshaus“, erklärt Hohen Viechelns Bürgermeister Lothar Glöde (SPD) auf Nachfrage der SVZ. Auf der jüngsten Sitzung informierte er die Gemeindevertreter über die aktuelle Kostenberechnung. „Im Januar und Februar habe ich bereits Gespräche mit den zuständigen Ministerien in Schwerin geführt und eine mündliche Förderzusage erhalten“, so Glöde. Ihm wurde signalisiert, dass über eine Sonderbedarfszuweisung des Landes 75 Prozent der Kosten für das Feuerwehrgebäude gefördert werden könnten. Für den Kostenanteil des Dorfgemeinschaftshauses seien 65 Prozent Förderung über den Topf Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) möglich.

Nach konkreten Berechnung der Kosten unter Einbeziehung aller gesetzlich vorgeschriebenen Standards und Berücksichtigung der zu erwartenden Bau- und Handwerkerpreise beläuft sich die Kostenberechnung für die von den Gemeindevertretern ausgewählte Variante nun auf 1 875 000 Euro. Darin enthalten sind nun auch die rund 400 000 Euro für den Dorfgemeinschaftshaus-Anteil, den benachbarten Übungsplatz sowie die notwendigen Ausgleichsmaßnahmen. „Diese Summe ist aber ohne Einbeziehung der Planungskosten. Die schlagen nochmal mit 300 220 Euro drauf“, teilt der Bürgermeister mit. Nach Abzug der maximal möglichen Fördersumme bliebe für die Gemeinde ein Eigenanteil von etwa 800 000 Euro übrig. „Wir werden auf jeden Fall daran arbeiten, die Gesamtbausumme noch zu drücken“, verspricht Lothar Glöde und denkt dabei unter anderem an die Kalkulation der Wärmeversorgung, die in seinen Augen mit 85 000 Euro zu hoch veranschlagt ist. Generell soll der Eigenanteil über den Verkauf von im Gemeindebesitz befindlicher Immobilien sowie eventuell des „Tafelsilbers“ finanziert werden. „Wir besitzen noch 70 Hektar Ackerland. Bei derzeit 20 000 Euro pro Hektar...“, verrät der Bürgermeister. Generell prüfe der Betrieb für Bau und Liegenschaften des Landes, ob der Neubau angemessen ist, erst dann erfolge die Förderung, so Glöde.

Die Gemeinde Hohen Viecheln hat keine Alternative zu einem Neubau der Feuerwache. „Die Feuerwehrunfallkasse hat eindeutige Auflagen erteilt, die im und am alten Feuerwehrgebäude nicht umsetzbar sind“, erklärt Ortswehrführer und Gemeinderatsmitglied Rando Sloboda. Das aus den 1930-er Jahren stammende Gebäude wird seit Gründung der Freiwilligen Feuerwehr 1950 von dieser als Gerätehaus genutzt. „Wir haben derzeit 30 Aktive in der Wehr. Das heißt, es müssen mindestens 15 Parkplätze in unmittelbarer Nähe vorhanden sein – unmöglich bei der jetzigen Lage“, so Sloboda. Hinzu kämen die laut Feuerwehrunfallkasse unzureichenden Sanitäranlagen.

Nach dem auf der Sitzung gefassten Beschluss über den Entwurf und die Auslegung des neuen Bebauungsplanes für die neue Feuerwache im Vereinfachten Verfahren soll in den kommenden Wochen die Ausführungsplanung folgen. „Es wird aber noch kein Vertrag mit der jetzigen Kostenplanung geschlossen“, teilt der Bürgermeister mit. Im Februar oder März soll die Ausschreibung für die Arbeiten erfolgen. Bauende muss laut Glöde im Herbst 2019 sein, um die Förderrichtlinien einzuhalten.

Wenn alles gut geht, könnte die durch ihre Erfolge bei Wettkämpfen und vorbildliche Nachwuchsförderung weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannte Freiwillige Feuerwehr Hohen Viecheln das Weihnachtsfest 2019 im neuen Domizil feiern.

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