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Gadebusch: Betrüger erfinden Geschichte : Nepper ködern mit Millionen-Erbe

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Dreister gehts nicht: Um Geld von einer Gadebuscherin zu ergaunern, erfinden Betrüger eine Geschichte vom reichen Mann, der beim Bombenattentat in Madrid ums Leben kam.

svz.de von
erstellt am 19.Apr.2012 | 08:10 Uhr

Gadebusch | "Es wird sie sicherlich überraschen, diesen Brief zu erhalten", heißt es in einem Schreiben, den eine Gadebuscherin kürzlich erhielt. In der Tat war es eine Überraschung für die betagte Adressatin, denn die Geschichte, die ihr dann aufgetischt wird, ist so dreist wie hanebüchen.

Es geht um einen vermögenden Deutschen, der 2004 nebst seiner Familie beim Bombenanschlag im spanischen Madrid ums Leben gekommen sein soll. 6,5 Millionen Euro soll er vor seinem Tod bei einer Bank eingezahlt haben. Jetzt kommt eine Dame ins Spiel, die sich als Beraterin des Verstorbenen ausgibt und den klangvollen Namen Cristina Tarraga trägt. Sie soll im Namen einer Bank Verwandte des Verstorbenen ausfindig machen, damit das Geld ausgezahlt werden kann. Ihr Problem dabei: Sie habe trotz aller Mühen versucht, jemanden zu finden, doch dies ohne Erfolg. "Aus diesem Grund habe ich sie kontaktiert, um sie der Bank als Verwandte des verstorbenen Kunden zu präsentieren, da Sie den gleichen Nachnamen des Verstorbenen tragen. Somit kann der Betrag an Sie ausgezahlt werden. Alles was Beraterin Tarraga benötige, "ist eine ehrliche Zusammenarbeit". Dann folgen in dem Schreiben Ideen, wie das Geld aufgeteilt werden könnte, dass alles risikofrei und sicher wäre. Tarraga gab auch noch Ruf- und Faxnummer sowie ihre e-mail-Adresse an, unter der sie privat erreichbar sei.

Auch wenn Cornelia Nagel von der Neuen Verbraucherzentrale dieses Schreiben noch nicht untergekommen ist, steht für die Expertin fest: "Da versucht wieder jemand trickreich, den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen." Sehr wahrscheinlich würde als nächster Schritt in einem Telefongespräch verlangt, dass Geld überwiesen werden muss, damit die Transaktion über die Bühne gehen kann. So hätte die betagte Gadebuscherin den Schaden und die Bauernfänger hätten Geld ergaunert. Ginge es tatsächlich um Erbenermittlung, so Nagel, dann ginge dies anders zu. "Ein genauer Geldbetrag würde in solch einem Fall niemals im Brief stehen", sagt die Frau von der Verbraucherzentrale.

"Ich werde anfangen, indem ich mich anständig vorstelle", schreibt die ominöse Frau Tarraga zu Beginn ihres Nepper-Briefs. Für die wachsame Dame aus Gadebusch endet die Geschichte, indem sie nicht auf den Betrug hereingefallen ist und das Schreiben genau dorthin wirft, wo es hingehört: in den Mülleimer.

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