Gemeinde Krembz : Naturschutz versus Windkraft

Projekt „Kiebitzinsel“ soll den Artenbestand sichern.
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Projekt „Kiebitzinsel“ soll den Artenbestand sichern.

Gemeinde reicht Stellungnahme gegen mögliches Windeignungsgebiet ein / Vom Aussterben bedrohte Tierarten festgestellt

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03. Juni 2015, 07:45 Uhr

An dem Abend  herrscht Einigkeit in der Gemeinde Krembz. Gemeinsam wollen sie bis zum Ende gegen das mögliche Windeignungsgebiet kämpfen. Es handelt sich  um den Eignungsraum Nr. 7 – eine Fläche von insgesamt 48 Hektar zwischen den Orten Stöllnitz, Bentin und Neu Steinbeck.

„Stöllnitz ist nun mit einen neuem Gebiet konfrontiert“, erzählt Andreas Lausen vom Amt Gadebusch.  „Auf diesen Suchraum passen ungefähr vier bis fünf Anlagen.“ Dass würde  bedeuten, das der Ort Stöllnitz nicht nur auf nordöstlicher Seite an ein Windkraftgebiet angrenzt, sondern auch in Richtung Südwesten. „Wir wären dann komplett eingeschlossen“, fügt eine Bürgerin hinzu.

Damit wollen sich die Gemeinde und Einwohner jedoch nicht abfinden. Gemeinsam haben sie  eine Stellungnahme  zur Teilfortschreibung des Regionalen Raumentwicklungsprogramms Westmecklenburg erarbeitet, die bis spätestens Freitag vorgelegt werden muss.  Unter anderem wurde die Tierwelt dokumentiert, die durch die Anlage immens beeinflusst werden kann. „Das angrenzende Biosphärenreservat Schaalsee hat uns  eine Liste vom Aussterben bedrohter Tierarten zur Verfügung gestellt, die in und um den Suchraum herum festgestellt wurden.“  Dabei handele es sich um insgesamt 49 Vogel- und Fledermausarten.

Heidrun Rickert  fügt dem hinzu, dass im Suchraum das Projekt „Kiebitzinsel“ vom Naturschutzbund (Nabu) Deutschland durchgeführt wird. „Wir haben dem Nabu Flächen auf unseren Feldern zur Verfügung gestellt, um den Bestand von Kiebitzen zu sichern und auch zu erhöhen“, erzählt die Stöllnitzerin. „Hier wird ein Umweltprojekt durchgeführt, das auch noch von der EU gefördert wird, und dann wollen sie genau dort Windräder hinstellen“, so Rickert weiter. „Das passt doch überhaupt nicht zusammen.“

 Eine  Stellungnahme gegen die geplanten Windeignungsgebiete in der Region haben auch die Gemeinden Mühlen Eichsen und Veelböken  eingereicht. Mit einer Entscheidung vom Regionalen Raumentwicklungsprogramm   wird im Herbst dieses Jahres gerechnet.

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