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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

11. Dezember 2017 | 03:08 Uhr

Insel Poel : Nasse Füße beim Anlanden

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Radfahrer müssen auf der Insel eine besondere Herausforderung bestehen.

Es ist kurz vor 12 Uhr, als die „Salzhaff“ ihre Festmacher-Position in der Fischerbucht bei Gollwitz erreicht. Die Bordpforte öffnet sich und ein Steg gleitet schräg hinab ins Wasser. Beherzt steigen die ersten Ausflügler in die Fluten und loten die Wassertiefe aus. Knietief, genau so, wie Skipper Nils Steußloff vorausgesagt hat. Dann reicht die Crew die ersten Fahrräder nach. „Im ersten Moment gewöhnungsbedürftig, denn im Gegensatz zum Ufer sieht man im trüben Wasser nichts“, findet Magdalene Fischer. Sie und ihr Mann Bruno gehören mit zu den ersten Anlandern nach dem feuchten Marsch über den schlickdurchsetzten Grund. Zudem hatten beide ihre „Drahtesel“ dabei. „Das ist für uns eine absolute Premiere, auf diese Art eine Radtour durchs Wasser zu beginnen“, gestehen die beiden Urlauber, die bei Gütersloh zuhause sind.

Nicht anders sehen dies Gisela und Hubert Heidan aus Groß Särchen in der Oberlausitz. „Wir haben zwar auch Wasser, aber nicht so ein großes“, so Ehemann Hubert amüsiert. Neben bereits bekannten Radwanderzielen zwischen Boltenhagen, Wismar und Kühlungsborn, ist diesmal Poel mit dieser abenteuerlichen Ankunft auf dem Seeweg für sie die Premiere. Zurück nach Rerik geht es ebenfalls per Pedes, denn ihre Räder seien nun „richtig saubergewaschen“.

Ganz unverhofft erleben die Passagiere diese Aktion nicht. „Das Besondere bei Ankunft war uns, wie allen Beteiligten, zuvor erklärt worden“, erzählte das Ehepaar. Allerdings wurde kurz vor Ankunft jedem, der es sich noch überlegen wollte, das Rücktrittsrecht oder besser Umkehrrecht per Schiff eingeräumt. „Doch davon machte offensichtlich niemand Gebrauch“, so der Eindruck von Ehemann Hubert.

Gut 40 Touristen nutzen diesmal den Fährdienst. Die „feuchte Anlandung“ findet sogar unter behördlicher Beobachtung statt. Denn entlässt das Personenschiff die Passagiere nebst Zweirädern in Richtung Ufer, ist Inselpolizist Holger Schauland als Kontaktbereichsbeamter, wie es amtlich heißt, zur Stelle.

So mancher Vorwitzigkeit und Neugier ob seiner Präsenz begegnet der braungebrannte Beamte, ein echtes Nordlicht übrigens, mit einem amtlichen Hinweis: „Bitte halten Sie ihre Reisepässe mit dem gültigen Visum für die Insel Poel bereit.“ Dass diese Art von Humor und auch das hilfsbereit-freundliche Wesen des Polizisten bei den Gästen auf Sympathie stößt, ist nachvollziehbar. Bereits im vierten Jahr sorgt der Mecklenburger auf der Insel für Sicherheit und Ordnung.
 

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