Nordwestkreis : Nahverkehr startet in die Zukunft

Entwurf: Die neue Verkehrsplanung beinhaltet Hauptstrecken zwischen allen  größeren Städten. Dort fahren die Busse im Stundentakt. Komplett erfasst sind alle 1000 Bushaltestellen im Kreis. Sie werden mit Schüler-, Kleinbussen und Taxen berücksichtigt.
Entwurf: Die neue Verkehrsplanung beinhaltet Hauptstrecken zwischen allen größeren Städten. Dort fahren die Busse im Stundentakt. Komplett erfasst sind alle 1000 Bushaltestellen im Kreis. Sie werden mit Schüler-, Kleinbussen und Taxen berücksichtigt.

Der Landkreis will Angebot für Bürger verbessern: Der Öffentliche Personennahverkehr soll 2016 mit zusätzlichen Bussen in Betrieb gehen

svz.de von
26. März 2014, 22:38 Uhr

Jetzt herrscht endlich Klarheit über die Zukunft des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in Nordwestmecklenburg. Nachdem die Mitglieder des Kreistags sich in der Sitzung vom 13. März 2014 von Gerhard Rappen noch weitestgehend im Regen stehen gelassen fühlten (SVZ berichtete), präsentierte der amtierende Landrat gestern gemeinsam mit Stefan Lösel, dem Leiter des Eigenbetriebes Nahverkehr Nordwestmecklenburg, den Entwurf des Nahverkehrsplanes für den ÖPNV ab dem Jahr 2016. Ziel ist die Schaffung eines Busnetzes, dass sich mit einer Fahrkarte für alle Strecken am Bedarf der Bürger orientiert.

Der Plan besteht im Kern aus drei Achsen: Einem angebotsorientierten Taktnetz, das die Grundzentren des Landkreises mit den Oberzentren Schwerin und Lübeck sowie den Mittelzentren Wismar und Grevesmühlen verbindet. Einem nachfrageorientierten Ergänzungsnetz (bspw. Anrufsammelbusse sowie -taxis) sowie der Schülerbeförderung.

„Wichtig war uns bei der Erstellung des Entwurfs, bedarfsorientierte Taktzeiten für Berufspendler zu schaffen“, erklärte Stefan Lösel. So sollen in den Morgen- und Nachmittagsstunden die Hauptachsen im Stundentakt bedient werden, dazwischen lediglich alle zwei Stunden. Dies betrifft morgendliche Fahrten beispielsweise von Gadebusch, Grevesmühlen und Wismar nach Schwerin; von Schwerin, Warin, Grevesmühlen und Gadebusch nach Wismar und von Gadebusch und Grevesmühlen nach Lübeck.

Die erste Ankunft am Zielort soll in jedem Fall spätestens um 7 Uhr erfolgen. Die letzte Abfahrt in der jeweiligen Gegenrichtung frühestens um 20.30 Uhr.

Ein solches Taktnetz würde zirka 90 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze im Landkreis anbinden und wäre für 70 Prozent der Einwohner fußläufig erreichbar. Um dieses hehre Ziel zu erreichen, muss neben einer ganzen Menge Arbeit dann aber auch und vor allem in Technik und Personal investiert werden. Soll heißen: Zu den derzeit 100 Bussen müssen bis zu 15 neue angeschafft werden, und die Anzahl der Busfahrer von heute 180 um weitere 40 bis 50 Kollegen aufgestockt werden.

Das ist nur durch Mehreinnahmen möglich, die logischerweise aus den Fahrpreiserlösen herrühren müssen. Und deshalb sollen durch die neuen Taktfrequenzen und die Steigerung der Fahrgastzahlen im Landkreis von derzeit 3500 auf 11 000 pro Tag einerseits und die Einführung eines neuen Tarifsystems andererseits Mehreinnahmen von 2,5 Millionen Euro generiert werden. Konstant bleiben soll hingegen die Zahl von 4000 Nutzern täglich in der Hansestadt Wismar sowie 11 000 Schülerinnen und Schülern.

Wie die Tarife sich konkret ändern sollen, ist derzeit noch unklar und soll durch ein externes Planungsbüro erarbeitet werden. Klar ist jedoch: Die heutigen Streckentarife mit insgesamt 15 Preisstufen sollen ab 2016 von einem einfachen Zonentarifsystem mit nur noch vier Preisstufen abgelöst werden.

Der ÖPNV ab 2016 – eine zukunftsweisende Mammutaufgabe, das weiß auch Stefan Lösel. „Aber am Ende des Jahres 2016 wird abgerechnet“, so der ÖPNV-Koordinator des Landkreises. „Und dann gibt’s entweder Sekt oder aber noch mal richtig viel Arbeit.“

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