Mit dem Bus unterwegs : Nahverkehr: Jugend fordert Politik

Im Kreistag: Heiner Wilms im Gespräch mit Joachim  Bert, Laura Voigt und Maria Diener.
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Im Kreistag: Heiner Wilms im Gespräch mit Joachim Bert, Laura Voigt und Maria Diener.

Schneller und besser mobil sein – Jugendliche haben konkrete Vorstellungen, was ein Öffentlicher Personennahverkehr leisten muss.

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16. März 2014, 00:15 Uhr

Schneller und besser mobil sein – Jugendliche aus dem Nordwestkreis haben konkrete Vorstellungen, was ein Öffentlicher Personennahverkehr im Busbetrieb zwischen Gadebusch, Dorf Mecklenburg und Wismar leisten muss. Das betonten Joachim Bert, Laura Voigt und Maria Diener vor den Abgeordneten des Kreistages von Nordwestmecklenburg. Die Jugendlichen haben genug von langen Wartezeiten an Bushaltestellen, einem nicht funktionierenden Nahverkehr. Sie forderten in der Einwohnerfragestunde klare Aussagen über eine mögliche Neugestaltung des Nahverkehrsplanes.

Genau daran arbeitet im Auftrag des Landkreises der Eigenbetrieb Nahverkehr Nordwestmecklenburg. Heiner Wilms (SPD), Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft, bestätigte, dass „der neue Plan seit Januar steht“ und sich mit zentralen Fragen beschäftigt. Dazu gehört eine schnelle und bezahlbare Busverbindung zwischen den Hauptorten. Was aus seiner Sicht fehle, ist die Freigabe der Planungsunterlagen durch die Verwaltung. „Wo sind die Unterlagen Herr Rappen?“, fragte Heiner Wilms den amtierenden Landrat. Verwaltungschef Gerhard Rappen (CDU) zeigte sich überrascht und lieferte mit seiner Antwort reichlich Interpretationsspielraum: „Der Entwurf konnte im Haus noch nicht durchgesprochen werden. Bislang hatten wir keine Gelegenheit dafür.“

„Mag sein“, antwortete Wilms und fragte erneut: „Wann dann?“ Hinsichtlich einer Terminierung legte sich Rappen nicht fest. Nein, er wolle die Unterlagen erst abzeichnen, wenn die Finanzierung steht und er beruhigt unterschreiben kann.

Olaf Claus (Freie Wähler) hält solch einen Prozess als zu langwierig: „Die ersten drei Monate des neuen Jahres sind um. Wir wollen darüber eine politische Debatte.“ Die ist erforderlich, denn schließlich entscheidet allein das Parlament über das finanziell Machbare.

Noch vor Monaten galt das Nahverkehrsprojekt in der Verwaltung unter Regie von Ex-Landrätin Birgit Hesse (SPD) als Schlüsselprojekt. Insbesondere der Anschluss an die Großräume Schwerin, Lübeck, Hamburg sollte völlig neu und im Sinne der Bürger mit dem Ziel einer preislichen Alternative zum Auto überarbeitet werden.

Die Linkspartei möchte all diese Gedanken mit einer sozialverträglichen Komponente festschreiben. Fraktionschef Björn Griese forderte am Donnerstagabend auf Grundlage der Vorentwürfe eine „Modellrechnung zu Sozialtarifen im Nahverkehrsplan“.

An Diskussionsstoff fehlt es somit nicht. Offen bleibt, ob das Zeitfenster für die wichtigen Entscheidungen ausreicht, denn Ende Mai finden die Kommunalwahlen statt. Heiner Wilms erwarte bis dahin „die Einbindung der zuständigen Ausschüsse“, damit vor der Wahl wichtige Fragen angesprochen werden.

Fest steht: Bis Ende 2014 muss der Kreistag sein neues Nahverkehrsprojekt auf den Weg gebracht haben. Gelingt das nicht, läuft der Nordwesten Gefahr, dass nicht die Eigenbetriebe die Verkehrsleistungen in Gänze schultern, sondern Fremdbetriebe die lukrativen Verkehrsleistungen übernehmen können und der Nordwesten die hohen Kosten für die kaum frequentierten Strecken schultern muss. Das Ende des Öffentlichen Personennahverkehrs im Landkreis wäre womöglich programmiert.


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