Gadebusch : Nahbus nimmt Korrekturen vor

Nur die Hälfte der prognostizierten Fahrgäste benutzen die Busse des ÖPNV in Nordwestmecklenburg.
Nur die Hälfte der prognostizierten Fahrgäste benutzen die Busse des ÖPNV in Nordwestmecklenburg.

Wegen fehlender Nachfrage entfallen einige Fahrten von und nach Gadebusch / Besserer Anschluss für Pendler in Ratzeburg

svz.de von
26. August 2016, 20:47 Uhr

Die gute Nachricht: Der öffentliche Personennahverkehr verbucht leicht steigende Fahrgastzahlen. Die schlechte: Die Nahbus Nordwestmecklenburg GmbH steckt noch immer in tiefroten Zahlen. Knapp acht Monate nach dem Start des neuen ÖPNV-Konzepts nimmt das kommunale Busunternehmen deshalb zum Start des neuen Schuljahres erste größere Kurskorrekturen vor.

So werden zum 4. September einige Überlandfahrten gestrichen, die Linienführung in Wismar komplett überarbeitet und verändert. In der Kreisstadt hatte es massive Probleme vor allem mit der Anbindung des Stadtteils Wendorf gegeben.

„Im ländlichen Bereich – vor allem im Westen des Landkreises – haben wir feststellen müssen, dass nach 18 Uhr fast keine Inanspruchnahme unserer Busse zu verzeichnen war“, sagt Nahbus-Chef Jörg Lettau. Deshalb habe man zum Fahrplanwechsel einige Fahrten komplett gestrichen. Das betrifft unter anderem auch Fahrten von und nach Gadebusch. Die abendliche Fahrt an Werktagen nach Wismar, abgehend um 19.25 Uhr ab Gadebusch, entfällt künftig ebenso wie die Rückfahrt um 20.25 Uhr.

Das Gleiche trifft für die Tour um 19.25 Uhr nach Ratzeburg und retour um 20.40 Uhr zu. Diese Linie wird darüber hinaus von Linie 135 in Linie 131 umbenannt und bekommt mit Mustin und Ziethen zwei zusätzliche Haltestellen.

Entfallen wird auch ein Fahrtenpaar, das an Sonn- und Feiertagen 17.25 Uhr die Münzstadt in Richtung Landeshauptstadt verließ und um 18.40 Uhr aus Schwerin in Richtung Münzstadt aufbrach.

Zu guter Letzt wird bei der Linie 145 von Gadebusch nach Selmsdorf mit der neuen Haltestelle Dassower Straße das anliegende Wohngebiet erschlossen. An Sonn- und Feiertagen entfallen die Abfahrten ab Gadebusch um 9.25 und 15.25 Uhr sowie die Rückfahrten ab Selmsdorf um 10.38 und 18.38 Uhr.

Doch die Überarbeitung von Linienführungen und Taktung sind nur die eine Seite der Medaille. „Die Umsatzerlöse aus dem Fahrscheinverkauf entsprechen nicht unseren Erwartungen. Maßgeblich dafür ist sicher auch, dass die Tarife nicht so greifen wie gewünscht“, sagt Jörg Lettau. Hier gibt es massive Kritik an dem Ticketpreis von vier Euro für eine Einzelfahrt. Ein Schnäppchenpreis für Fahrgäste auf echten Langstrecken, doch für den Arztbesuch von Oma Anni in der nächstgelegenen verhältnismäßig nahe gelegenen Stadt ist das einfach nur viel zu teuer. „Deshalb werden wir dem Kreistag im Oktober ein überarbeitetes Tarifsystem vorlegen“, sagt der Lützower Tino Waldraff als verantwortlicher Sachbearbeiter für den ÖPNV in der Kreisverwaltung. Ob das neue System allerdings einen von der Partei Die Linke geforderten Sozialtarif beinhalten wird, ist derzeit noch unklar.

Freuen dürfen sich mit dem Start des neuen Fahrplans übrigens Berufspendler nach Lübeck und Hamburg. Denn künftig besteht in Ratzeburg eine Umsteigemöglichkeit in die Bahn nach Lübeck und Lauenburg sowie in Schnellbusse der Linie 8700 nach Hamburg. Darüber hinaus dürfen sich alle Haushalte des Landkreises in den nächsten Tagen auf Post von Nahbus freuen. „Wir haben knapp 100  000 Fahrplanhefte drucken lassen, die werden kostenlos an alle Haushalte verteilt“, sagt Jörg Lettau. Darin sind die Pläne aller Hauptlinien sowie der Stadt Wismar verzeichnet.

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