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Nahverkehr zwischen Rehna und Poel : Nahbus fehlen bereits 423000 Euro

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Einem Bericht der Landrätin zufolge bleibt die Anzahl der Fahrscheinverkäufe weit hinter den Erwartungen zurück

Der neue Öffentliche Personennahverkehr in Nordwestmecklenburg kommt einfach nicht richtig in Fahrt. Nach einem bereits zwei Wochen vor der nächsten Kreistagssitzung veröffentlichten Bericht der Landrätin bleiben die Einnahmen aus dem Fahrscheinverkauf deutlich hinter den prognostizierten Einnahmen zurück.

„Ausgehend von den geplanten Fahrgeldeinnahmen im Linienverkehr bis zum 31. März 2016, konnten nur zirka 50 Prozent realisiert werden“, so Kerstin Weiss. Trotz zusätzlicher Umsatzerlöse und Erträge sowie der Nichtinanspruchnahme geplanter Aufwendungen insbesondere bei Material- und Personalaufwendungen, betrage der Fehlbetrag in der Nahbus Nordwestmecklenburg GmbH nach dem ersten Quartal dieses Jahres bereits 423  000 Euro. So ist schon jetzt klar, es geht ans Eingemachte. An die Reserven, die im Fall eines Fehlstarts vorsorglich in den Haushalt des Landkreises eingestellt wurden. „Die im Kreistagsbeschluss vorgesehene Anlaufreserve in Höhe von einer Million Euro muss jedoch nach derzeitigem Kenntnisstand vollumfänglich beansprucht werden“, heißt es in dem Bericht der Landrätin weiter. Ob diese Summe ausreichend sei, würde der Verlauf der kommenden Monate und die zu ergreifenden, noch mit Gesellschaftervertreterin und Aufsichtsrat abzustimmenden Maßnahmen zeigen. Kurzfristig sei im Linienverkehr allerdings keine wesentliche Verbesserung der miserablen Einnahmesituation zu erwarten.

Doch warum kommen diese Zahlen plötzlich an die Öffentlichkeit? Immerhin hatte der Kreistag beschlossen, eine erste Evaluierung des neuen ÖPNV zum 30. September durchzuführen. „Das verstehe ich auch nicht. Weil die jetzt im Bericht der Landrätin veröffentlichten Zahlen nach nur drei Monaten für uns noch nicht belastbar genug waren, hatten wir im Nahbus-Aufsichtsrat vereinbart, diese nicht an die Öffentlichkeit zu geben“, wundert sich Simone Oldenburg über die Vorgehensweise der Landrätin.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Michael Berkhahn war gestern leider nicht zu erreichen, hatte nach Bekanntwerden unserer Recherchen aber offensichtlich seinerseits Kerstin Weiss kontaktiert. Die Landrätin dazu gestern telefonisch gegenüber SVZ: „Herr Berkhahn hat mir schon ganz erbost aufs Band gesprochen. Aber ich betrachte es als meine Pflicht, den Kreistag schon jetzt davon zu informieren, da die Verluste haushaltsrelevant sind. Das hat nichts damit zu tun, dass wir den neuen ÖPNV in Frage stellen. Aber er funktioniert leider nicht wie erhofft.“

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erstellt am 07.Mai.2016 | 05:00 Uhr

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