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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

18. November 2017 | 11:37 Uhr

Natur : Nächtliche Jäger im Winterquartier

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Serie am Sonnabend: Wissenswertes aus der Natur erfahren. Elf Fledermausarten gibt es in der Schaalseeregion

svz.de von
erstellt am 10.Okt.2014 | 23:15 Uhr

Um kaum eine Tierart ranken sich Aberglaube und Mythen wie um die Fledermaus. Das ungewöhnliche Aussehen, die nächtliche Lebensweise und die außerordentlichen Fähigkeiten dieser Tiere machten unseren Vorfahren Angst und führten zur Ablehnung der Fledermäuse.

Eine geheimnisvolle Aura umgibt die Tiere bis heute auch wenn wir inzwischen wissen, dass unsere heimischen Fledermäuse kein Blut saugen und es auch nicht auf die langen Haare der Frauen abgesehen haben. Obwohl die Fledermäuse ihr schlechtes Image inzwischen abgelegt haben und sich viele Menschen für ihren Schutz engagieren, stehen alle 27 Fledermausarten Deutschlands auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Wer ihnen eine Heimat geben will, darf nicht so gründlich aufräumen. Im perfekt gemähten Garten und einer aufgeräumten Agrarlandschaft finden die Insektenjäger nicht genügend Nahrung. Mit der Beseitigung alter, hohler Bäume verschwinden ihre Sommerquartiere und Wochenstuben.

In die Eichenallee zwischen Kneese und Lassahn wurden Fledermauskästen gehängt als aus Sicherheitsgründen einige alte Alleebäume fallen mussten. Auch in jungen, strukturarmen Wäldern machen solche Kästen Sinn. Letztendlich sind sie aber immer nur ein Ersatz. Im Vordergrund muss der Erhalt einer strukturreichen Landschaft stehen, zu der auch alte und tote Bäume gehören. Dafür setzt sich die Biosphärenreservatsverwaltung ein. Im Biosphärenreservat Schaalsee wurden bisher elf Fledermausarten nachgewiesen. Besonders häufig sind die Zwergfledermaus, die Breitflügelfledermaus und der Große Abendsegler. Letztere ist bei uns übrigens die einzige Art, die in Baumhölen überwintern kann, alle anderen Arten verbringen den Winter in Höhlen.

Das größte Fledermaus-Winterquartier in Norddeutschland befindet sich in den Kalkhöhlen von Bad Segeberg in Schleswig- Holstein. Dort überwintern mehr als 20 000 Fledermäuse. Bis zu 900 Kilometer fliegen manche, um in ihr Winterquartier zu gelangen, andere bevorzugen Keller und Höhlen in ihrer Nähe.

Die Biosphärenreservatsverwaltung hat vor zwei Jahren die Kellerruine des alten Speichers in Dutzow sowie einen alten Wehrmachtsbunker bei Zarrentin zu Fledermausquartieren umgebaut. Beide Standorte werden inzwischen von den Tieren als Winterquartier gut angenommen.

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