Fledermäuse am Schaalsee : Nächtliche Jäger auf Quartiersuche

Das Braune Langohr gehört zu den häufigen Fledermausarten im UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee. Diese ging während einer wissenschaftlichen Fangaktion ins Netz und wurde natürlich später wieder unbeschadet frei gelassen.
Das Braune Langohr gehört zu den häufigen Fledermausarten im UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee. Diese ging während einer wissenschaftlichen Fangaktion ins Netz und wurde natürlich später wieder unbeschadet frei gelassen.

Im Biosphärenreservat wurden bisher elf Fledermausarten nachgewiesen / Fledermausabend am 26. August

svz.de von
19. August 2016, 21:10 Uhr

Um kaum eine Tierart ranken sich so viele Mythen und Aberglaube wie um die Fledermaus. Das ungewöhnliche Aussehen, die nächtliche Lebensweise und die außerordentlichen Fähigkeiten dieser Tiere machten unseren Vorfahren Angst und führten zu ihrer Ablehnung. Eine geheimnisvolle Aura umgibt die Tiere bis heute, auch wenn wir inzwischen wissen, dass unsere heimischen Fledermäuse kein Blut saugen und es auch nicht auf die langen Haare der Frauen abgesehen haben.

Obwohl die Fledermäuse ihr schlechtes Image abgelegt haben und sich viele Menschen für ihren Schutz engagieren, stehen alle 27 Fledermausarten Deutschlands auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Wer ihnen eine Heimat geben will, darf nicht so gründlich aufräumen. Im perfekt gemähten Garten und einer aufgeräumten Agrarlandschaft finden die Insektenjäger nicht genügend Nahrung. Und mit der Beseitigung alter, hohler Bäume verschwinden die Sommerquartiere und Wochenstuben der Fledermäuse. In die Eichenallee zwischen Kneese und Lassahn haben wir Fledermauskästen gehängt als aus Sicherheitsgründen einige alte Alleebäume fallen mussten. Auch in jungen, strukturarmen Wäldern machen solche Kästen Sinn. Letztendlich sind sie aber immer nur ein Ersatz. Im Vordergrund muss der Erhalt einer strukturreichen Landschaft stehen, zu der auch alte und tote Bäume gehören.

Im Biosphärenreservat Schaalsee wurden bisher elf Fledermausarten nachgewiesen. Besonders häufig sind die Zwergfledermaus, die Breiflügelfledermaus und der Große Abendsegler. Ende August beginnen die Fledermäuse bereits mit den Wintervorbereitungen. Sie inspizieren die Überwinterungshöhlen des vergangenen Jahres und zeigen diese ihren Jungen. Die Entscheidung für ein gutes Winterquartier ist für die Tiere so überlebenswichtig, dass sie nicht erst in letzter Minute getroffen werden kann. Durch das Biosphärenreservatsamt wurden die Kellerruine des alten Speichers in Dutzow sowie zwei alte Wehrmachtsbunker bei Zarrentin zu Fledermausquartieren umgebaut. Beide Standorte werden von den Tieren als Winterquartier gut angenommen. Am Freitag den 26. August lädt das Biosphärenreservatsamt ins Pahlhuus nach Zarrentin zu einem Fledermausabend ein. Fledermaus-Experte Holger Siemers wird zunächst in einem Vortrag viel Spannendes über die Tiere berichten. Mit einbrechender Dunkelheit geht es dann raus auf Exkursion. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr und dauert 2,5 Stunden. Als Eintritt bitten wir um eine Spende.

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